Sanofi-Chef Dehecq spricht am Donnerstag vor Aventis-Arbeitnehmern
Französische Gewerkschaften sind gegen Novartis-Aventis-Ehe

Die französischen Gewerkschaften lehnen eine Übernahme von Aventis durch den Schweizer Pharmariesen Novartis ab. Hauptgrund ist vor allem die geplante Abspaltung von älteren Medikamenten in eine neue Gesellschaft.

PARIS. Dem Zusammenschluss zwischen Sanofi- Synthélabo und Aventis sind sie dagegen freundlicher gesonnen. Gilbert Lebrument, Generalsekretär der Pharma-Gewerkschaft des Verbandes Force Ouvrière (FO), nannte die geplante Übernahme von Aventis durch Sanofi „die bessere der schlechtesten Lösungen“.

Die CFDT, Frankreichs größter Gewerkschaftsverband, will offiziell noch keine Stellung im Übernahmekampf beziehen. Der Verband hat beim Institut Syndex eine Studie über die sozialen Folgen der Fusion in Auftrag gegeben und wartet deren Ergebnisse ab. Dennoch erklärte Serge Doucet, Führungsmitglied der Chemie-Gewerkschaft im CFDT, dass die Variante Sanofi/Aventis gewisse Vorteile gegenüber der Variante mit Novartis biete.

Werner Bischoff, Aufsichtsratsmitglied von Aventis für die deutsche IG BCE, will die Zustimmung der Arbeitnehmervertreter zur Einladung an die Adresse von Novartis zu weiteren Gesprächen auch nicht als „qualitative Entscheidung der Arbeitnehmerseite für einen Zusammenschluss mit Novartis“ verstanden wissen: „Diese Entscheidung hängt davon ab, ob wir schlüssige Antworten bekommen in Bezug auf Standorte, Arbeitsplätze und Investitionen“, sagte Bischoff. Diese Antworten fehlten den Arbeitnehmern aber auch im Bezug auf das Übernahmeprojekt mit Sanofi.

Am Donnerstag wird Sanofi-Chef Jean-François Dehecq die Argumente für seinen Übernahmevorschlag dem europäischen Arbeitnehmer-Komitee von Aventis in Straßburg vorstellen. Pikant: In der Regel nimmt an solchen Sitzungen auch ein Vorstand von Aventis teil.

Bereits am 15. März hatte Dehecq sich mit französischen Gewerkschaftsvertretern getroffen. Laut FO-Vertreter Lebrument hat Dehecq dabei zugesagt, die Zentren für Forschung und Produktion in Europa zu belassen. Auf konkrete Arbeitsplatzgarantien habe sich Dehecq aber nicht einlassen wollen, da er die Details der Situation von Aventis noch nicht kenne.

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