Sanofi

Pharmakonzern will 200 Millionen in Frankfurt investieren

Mit neuen Produkten und einer schlankeren Struktur will Sanofi in den kommenden Jahren wieder nachhaltig wachsen. Milliardenschwere Investitionen will der Pharmakonzern in den Produktionsstandort Frankfurt stecken.
Konzernweit will Sanofi bis zum Jahr 2018 1,5 Milliarden Euro einsparen. Das hat auch Auswirkungen auf die Deutschlandtochter. Quelle: AFP
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Konzernweit will Sanofi bis zum Jahr 2018 1,5 Milliarden Euro einsparen. Das hat auch Auswirkungen auf die Deutschlandtochter.

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FrankfurtDer Pharmakonzern Sanofi baut den Standort Frankfurt am Main weiter aus: Nachdem in diesem Jahr bereits eine Hochtechnologieanlage unter anderem für die Produktion des neuen Insulin Toujeo in Betrieb genommen worden ist, soll 2016 weiter gebaut werden: Unter anderem sollen die Produktionskapazitäten für die Pens, mit denen Insulin gespritzt wird, ausgebaut und ein neues Kaltwarenlager errichtet werden.

Laut Martin Siewert, Vorsitzender der Geschäftsführung von Sanofi in Deutschland, will der Pharmakonzern 2016 noch einmal 200 Millionen Euro in Frankfurt investieren, nach 160 Millionen Euro in diesem Jahr. Bei den Produktionskapazitäten für Pens sei man an die Grenzen gestoßen, erläuterte Siewert. Die Entscheidung, ein Kaltwarenlagen zu bauen, habe das Unternehmen getroffen, weil es in der Region nicht genügend Lagerfläche für zu kühlende Medikamente gebe, die der Richtlinie zur Qualitätssicherung (GMP-Standard) entspreche.

Wettbewerber und verstärkte Preisverhandlungen der Versicherer setzen dem Topprodukt Lantus zu, das in Frankfurt produziert wird. Das wird sich in diesem Jahr auch in den Zahlen der Deutschlandtochter bemerkbar machen. Siewert erwartet einen niedrigeren Exportumsatz. 2014 hatte Sanofi rund 6,1 Milliarden Euro Umsatz in Deutschland erzielt, 5,1 Milliarden Euro davon durch den Export vor allem des Insulins Lantus an andere Ländergesellschaften des Konzerns. In den kommenden Jahren drohen durch den Patentablauf von Lantus weitere Umsatzeinbußen.

Die größten Deals in der Pharma-Branche
Platz 9 – Roche für Genentech – 47 Milliarden Dollar (2008)
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Das Schweizer Pharmaunternehmen Hoffmann-La Roche sicherte sich 2008 für 46,7 Milliarden Dollar die amerikanische Biotech-Firma Genentech. Die Übernahme gilt als Glückgriff, da Roche als weltweit führender Produzent von Krebsmedikamenten von der Genforschung Genentechs profitiert. Roches bekanntes Vogelgrippe-Medikament Tamiflu (hier im Bild) hingegen stand mehrfach in der Kritik. Der Schweizer Konzern soll Studien zur Wirksamkeit des Medikaments manipuliert haben.

Platz 8 – Pfizer für Pharmacia – 61 Milliarden Dollar (2002)
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Pfizer zum Ersten: 60,7 Milliarden Dollar in Aktien ließ sich der US-Pharmakonzern im Jahr 2002 die Übernahme des schwedischen Unternehmens Pharmacia kosten. Da nach der Fusion das Haarwuchsmittel Rogaine und die Potenzpille Viagra von einem Unternehmen hergestellt wurden, scherzte der damalige Pfizer-Chef Hank McKinnell (l.): „Rogaine und Viagra zusammen, was kann sich ein Mann mehr wünschen“.

Platz 7 – Pfizer für Wyeth – 65 Milliarden Euro (2009)
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Pfizer zum Zweiten: Rund 64,5 Milliarden Dollar bezahlten die New Yorker für Wyeth, das zum Zeitpunkt des Kaufs ebenfalls zu den zehn größten Pharmaunternehmen der Welt zählte. Mit der Übernahme baute Pfizer sein Portfolio aus, vor allem in Richtung Impfstoffe und Biotechnologie.

Platz 6 – Sanofi für Aventis – 65,6 Milliarden Dollar (2004)
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Nur auf dem Papier eine Fusion unter Gleichen: Für gut 65,6 Milliarden Dollar übernimmt der französische Pharmakonzern Sanofi-Synthélabo das deutsch-französische Unternehmen Aventis. Es entsteht Sanofi-Aventis, der größte Medizinhersteller Europas. Die Fusion gilt als kurios, da Sanofi-Synthélabo vor der Übernahme deutlich kleiner als Aventis war. Später legte der Konzern mit Sitz in Paris den Beinamen Aventis wieder ab. Sanofi ist heute Weltmarktführer für Impfstoffe.

Platz 5 – Actavis für Allergan – 66 Milliarden Dollar (2014)
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Lange hatte sich der Botox-Hersteller Allergan gegen eine Übernahme durch den kanadischen Wettbewerber Valeant gewehrt. Dann schlug die Stunde von Actavis: Der amerikanische Branchenriese und Allergan einigten sich auf den Deal. Allergan wehrte dadurch die feindliche Übernahme durch Valeant ab. Für Actavis war der Zukauf ein Kraftakt, der Konzern war selbst kaum größer als sein Übernahmeziel.

Platz 4 – Abbott Laboratories spaltet sich auf – 67 Milliarden Dollar (2011)
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Das amerikanische Pharmaunternehmen Abbott Laboratories spaltete rund 66,6 Milliarden Dollar seines Kapitals in Aktien ab und lagert es zunächst in eine Tochtergesellschaft aus. Die Medizintechnik und Generikaproduktion wurde unter dem Namen „Abbott“ weitergeführt, die Sparten Spezialmedikamente und Biotechnologie hingegen unter dem neuen Namen „AbbVie“ ausgegliedert. Auch Abbotts Flaggschiff, das Arthritis-Medikament Humira, ging auf die neue Gesellschaft über. Im Januar 2013 wurde AbbVie schließlich komplett in die Unabhängigkeit entlassen und wird seitdem an der Wall Street unter dem Kürzel „ABBV“ gelistet.

Platz 3 – American Home Products für Warner-Lambert I – 76 Milliarden Dollar (1999)
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Rund 75,5 Milliarden Dollar betrug das Volumen bei der freundlichen Übernahme des amerikanischen Hygienekonzerns Warner-Lambert durch American Home Products (AHP). Dem Hygienekonzern gehörten seinerzeit unter anderem die Marken Wilkinson Sword und Listerine. Doch AHP überhob sich: Als der Deal schon als perfekt galt, betrat US-Branchenriese Pfizer die Bühne. Er unterbreitete den Aktionären von Warner-Lambert seinerseits ein feindliches Übernahmeangebot – und erhielt den Zuschlag. Eine Strafzahlung von 1,8 Milliarden Dollar von Pfizer versüßte AHP die Niederlage aber zumindest etwas.

Das Geschäft in Deutschland wertete Siewert in diesem Jahr als erfolgreich. Insbesondere das neue Insulin Toujeo, das seit Mai hierzulande auf dem Markt ist, werde stark nachgefragt und konnte bereits einen Markanteil von sieben Prozent unter den Insulinen erreichen. In den USA entwickele sich Toujeo ebenfalls gut, so Sievert, allerdings habe das Unternehmen dort insgesamt höhere Absatzerwartungen gehabt.

Weil Umsatz und Gewinn des knapp 34 Milliarden Euro schweren Konzerns unter Druck seien, will der neue Sanofi-Chef Olivier Brandicourt das Unternehmen mit einer neuen Organisationsstruktur schlagkräftiger machen.

Die neuen globalen Divisionen werden künftig auch in Deutschland mit eigenen Geschäftseinheiten abgebildet, weshalb die Geschäftsführung ab Januar hierzulande um drei neue Mitglieder erweitert wird: Clemens Kaiser verantwortet künftig den Bereich General Medicines, Martina Ochel die Geschäftseinheit Sanofi Genzyme und Mario Miguel Stigler den Bereich Diabetes und Herzkreislauferkrankungen. Martin Siewert behält den Vorsitz der Geschäftsführung von Sanofi in Deutschland. Der bisherige Vertriebschef Stefan Oelrich verantwortet künftig europaweit den Bereich Diabetes und Herzkreislauferkrankungen.

Sanofi-CEO Brandicourt plant, bis 2018 konzernweit 1,5 Milliarden Euro einzusparen. Das Geld soll weitgehend in Wachstumsinitiativen reinvestiert werden. Für die Organisation in Deutschland, in der rund 9200 der insgesamt 110.000 Sanofi-Mitarbeiter arbeiten, rechnet Siewert nur mit moderaten Auswirkungen, nannte aber keine Details.

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