Sanofi und Bayer
Pharmariese nicht an Diabetes-Sparte interessiert

Nach Rauswurf des Vorstandschefs ändert der französische Pharmariese Sanofi nun seine Strategie und setzt etwa auf Tierarzneien und Impfstoffe. Am Diabetes-Geschäft von Konkurrent Bayer hat Sanofi aber kein Interesse.
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FrankfurtDer französische Pharmariese Sanofi plant nach dem Rauswurf von Vorstandschef Chris Viehbacher keinen radikalen Strategieschwenk. Der Konzern werde an seiner breiten Aufstellung mit mehreren Geschäftsfeldern festhalten, sagte Verwaltungsratsvorsitzender und Interimschef Serge Weinberg dem Handelsblatt (Mittwochausgabe).

Sanofi setze weiter auf Forschung, sagte Weinberg. „Aber wir wollen gleichzeitig auch Geschäfte wie Consumer Healthcare, Tierarzneien und Impfstoffe haben, die vielleicht weniger von Innovationen getrieben sind, dafür aber kontinuierlich wachsen und stabiler sind.“ Wenn sich hier gute Gelegenheiten böten, könne Sanofi auch zukaufen.

An dem Bayer-Geschäft mit Blutzucker-Messgeräten habe Sanofi aber kein Interesse. Sanofi denke zwar intensiv über eine Integration von Diabetesbehandlung und Blutzuckermessung nach. „Aber ich glaube nicht, dass uns die Bayer-Sparte interessieren würde“, sagte Weinberg.

Bayer hatte Insidern zufolge den Bereich erneut zum Verkauf gestellt. Der Konzern hatte bereits vor rund zwei Jahren nach Käufern für die Sparte gesucht, dann aber entschieden, sie zunächst zu behalten.

Sanofi hatte seinen unter Druck geratenen Vorstandschef Viehbacher im Oktober vor die Tür gesetzt. Bei Investoren und Analysten hatte der Deutsch-Kanadier einen guten Ruf genossen. In Frankreich stieß er bei Gewerkschaftern wegen Stellenstreichungen auf Kritik.

Dazu stiegen die Spannungen mit dem Verwaltungsrat, der sich schließlich einstimmig für die Ablösung ausgesprochen hatte. Weinberg rechnet damit, dass sich die Suche nach einem Nachfolger nicht lange hinziehen wird. „(...„Es sollte auch kein halbes Jahr mehr dauern, bis wir einen neuen CEO bekanntgeben können.“

Weinberg sagte zudem, dass Sanofi – anders als die Pläne von Viehbacher es vorsahen – nicht seine älteren Präparate abstoßen werde. „Wir denken nicht, dass das eine gute Idee wäre.“ Das Geschäft liefere einen starken Cashflow.

Sanofi könne viele Neuentwicklungen damit finanzieren, zudem sorge es in vielen Ländern für eine starke Marktpräsenz. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte im April erfahren, dass Sanofi einen Verkauf von Geschäften mit solchen Arzneien im Wert von sieben bis acht Milliarden Dollar sondierte.

Stellenstreichungen am großen deutschen Standort in Frankfurt sind Weinberg zufolge aktuell nicht geplant. Das sei derzeit kein Thema. „Im Gegenteil: Wir bauen den Standort weiter aus.“ Durch den Bau einer neuen Insulinanlage und weitere Projekte schaffe Sanofi hier mehr als 500 Arbeitsplätze.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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