Sarkozy will Aktionärspakt ändern
EADS ist Chefsache

Der französische Staatspräsident hat wie schon im Wahlkampf den Aktionärspakt beim europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS in Frage gestellt. So könne es nicht weiter gehen. Gleichzeitig bekräftigte Nicolas Sarkozy die Bereitschaft Frankreichs, sich an einer Kapitalerhöhung der Airbus-Mutter zu beteiligen.

HB TOULOUSE. „Der Staat wird seine Pflicht erfüllen, wenn eine Kapitalerhöhung notwendig ist“, sagte der neue französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy am Freitag in Toulouse. Er schloss zugleich eine teilweise oder vollständige Verstaatlichung des Europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns aus.

Gleichzeitig stellte er den Aktionärspakt bei EADS in Frage. In der gegenwärtigen Form könne er so nicht weiter bestehen, sagte Sarkozy am Freitag nach einem Treffen mit Airbus-Mitarbeitern und den Gewerkschaften des Flugzeugbauers, der zu EADS gehört und derzeit mit großen Problemen kämpft. Bereits im Wahlkampf hatte Sarkozy sich für eine Änderung des Aktionärspakts ausgesprochen, der einen Ausgleich zwischen den deutschen und französischen Interessen im Konzern sichert.

EADS wird gemeinsam von DaimlerChrysler und der französischen Lagardère-Gruppe geführt. Paris hält derzeit eine Anteil von 15 Prozent am Kapital, ein Aktionärspakt sichert den industriellen Hauptaktionären aber die Entscheidungshoheit. Im Streit über die Sanierung des angeschlagenen Flugzeugbauers Airbus war es zwischen Deutschland und Frankreich zum Streit gekommen. Sarkozy hatte am Mittwochabend in Berlin bei seinem ersten Staatsbesuch als Präsident gesagt, die Verständigung über die Zukunft von EADS und Airbus gehörte zu den dringlichsten Aufgaben.

Er wolle Bundeskanzlerin Angela Merkel Anfang Juli in Toulouse treffen und mit ihr den Airbus-Standort besichtigen, kündigte Sarkozy dann am Freitag bei einem Gespräch mit Gewerkschaften der EADS-Tochter am südfranzösischen Airbus-Sitz. Die Kanzlerin habe sich auch mit einem EADS-Arbeitstreffen „zu viert“ bereit erklärt, also mit den Aktionären Lagardère und DaimlerChrysler. „Wenn man sich nicht sieht, dann kann man auch keine Probleme regeln“, sagte Sarkozy, der auch deutsche Werke des europäischen Flugzeugbauers besuchen will."

Bei Gesprächen über EADS könnte in naher Zukunft ein weiterer Partner am Tisch sitzen. Die Investmentgeellschaft von Dubai, Dubai International Capital (DIC), hat Gespräche mit EADS über einen möglichen Einstieg bei dem Luft- und Raumfahrtkonzern bestätigt. DIC-CEO Sameer al-Ansari sagte am Freitag, die Investmentgesellschaft stehe aber nicht unmittelbar vor einer Entscheidung. „Wir werden in den kommenden fünf bis acht Wochen keine Entscheidung treffen.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%