Sattes Plus
Volkswagen trotzt der Autoabsatzkrise

Deutschlands größtem Autohersteller kann die Branchenkrise nichts anhaben. Während der Konkurrenz die Absätze einbrechen, hat VW schon jetzt die Vorjahreszahlen übertroffen. Die Prognose bleibt jedoch zurückhaltend.
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DüsseldorfDie Krise der Autoindustrie kann dem Wolfsburger Volkswagen -Konzern auch zum Jahresende nicht die Bilanz vermiesen. Im Gegenteil: Konzernweit lieferte der Autobauer im November 794.500 Fahrzeuge aus, das war ein Plus von 11,7 Prozent zum Vorjahresmonat, wie VW am Freitag mitteilte. Von Januar bis November verkauften die Niedersachsen 8,29 Millionen Autos, ein Plus von 10,4 Prozent. „Schon nach elf Monaten haben wir mehr Fahrzeuge ausgeliefert als im gesamten letzten Jahr“, sagte Konzernvertriebsvorstand Christian Klingler. „Trotz des neuen Auslieferungsrekords in diesem Jahr bereiten wir uns schon heute auf ein sehr anspruchsvolles Jahr 2013 vor.“

Der Wolfsburger Autobauer schlägt sich bislang besser durch die Euro-Krise als die Konkurrenz, von deren Schwäche der Konzern profitiert. Inzwischen stammt jedes vierte in der EU verkaufte Auto aus dem Volkswagen-Konzern. Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage in Südeuropa rechnet Volkswagen für 2013 mit deutlich mehr Gegenwind.

Der europäische Automarkt insgesamt ächzt schon länger unter der mageren Nachfrage. Im November schrumpfte in der Europäischen Union der Autoabsatz im Vorjahresvergleich um 10,3 Prozent. Damit ging die Zahl der Neuzulassungen den 14. Monat in Folge zurück. Von Januar bis November kamen in der EU 7,6 Prozent weniger neue Autos auf die Straßen. In den USA und China jedoch ziehen die Verkäufe deutlich an.

Bereits am Donnerstag war bekannt geworden, dass Volkswagens Pläne für ein Billigauto unter 8000 Euro immer konkreter werden. Das Fachmagazin „auto motor und sport“ berichtete in seiner am Donnerstag erschienenen Ausgabe, der Vorstand wolle bereits im Januar über ein abgespecktes Stufenheck-Modell basierend auf dem in China verkauften Jetta entscheiden. VW-Manager Hans Demant bereite mit einem 20-köpfigen Team ein entsprechendes Konzept vor. Ein Insider sagte Reuters, dass Anfang kommenden Jahres „ein großer Termin“ geplant sei. Es sei aber unklar, ob dann über ein Billigauto entschieden werde.

Und die Finanzierungs- und Leasingtochter von Volkswagen erklärte angesichts der Schwäche direkter Konkurrenten beim Ausbau ihres Geschäfts in Europa schneller voran zu kommen, als gedacht. Die VW-Tochter wollte den Anteil der finanzierten und geleasten Fahrzeuge am Absatz der Marken des Wolfsburger Konzerns in Frankreich, Spanien, Italien und Großbritannien in den nächsten Jahren auf 40 Prozent steigern. Mit 35 bis 40 Prozent ist dieses Ziel bereits jetzt zum Greifen nahe.

In Deutschland wird bereits mehr als die Hälfte der von Europas größtem Autokonzern verkauften Fahrzeuge von der Finanztochter finanziert. Auf dem Heimatmarkt habe VW Financial Services in diesem Jahr leicht zugelegt. Immer mehr Käufer nutzen die Finanzierungsangebote, um sich Wagen mit einer höherwertigen Ausstattung in die Garage zu stellen. Dabei subventionieren die einzelnen Marken den Zinssatz mit ihren Absatzbudgets. Nach einem ähnlichen Prinzip verfahren auch BMW, Daimler und Ford.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Volkswagen ist in jedem Segment mit Marken und Modellen vertreten deshalb ist es für den Konzern einfacher Krisen zu überwinden und zudem setzt Volkswagen schon lange auf die heutigen Wachstumsmärkte wie China und Brasilien. Auch einige wenige Lieferanten haben diesen Trend früh erkannt und dementsprechend richtig investiert, darunter die Schaeffler Gruppe. Dieses Jahr wird ein neues Werk in Indien eröffnet um den Asiatischen Markt zu beliefern und es werden weiterhin Millionen in den heutigen Wachstumsmärkten investiert.

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