SBF
Wenn Leuchten Menschen beeinflussen

Menschen fühlen sich bei Tageslicht am wohlsten. Dieses Gefühl wollen Entwickler jetzt für den Zugbetrieb optimieren. Ein Unternehmen aus Ostdeutschland tüftelt an einer fortschrittlichen LED-Technik für ICEs.
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LeipzigDer „schwarze Raum“ ist absolut lichtdicht. Sobald die Tür geschlossen ist, können die Augen auf oder zu sein - egal. Es gibt nur noch schwarz. Doch dann schaltet Entwicklungschef Dietmar Czekay das Licht an: Ein Glastisch und zwei blaue Sessel, wie sie in vielen Zügen stehen, erscheinen vor den schwarzen Wänden. Jede erdenkliche Situation kann hier nachgestellt werden.

Wie angenehm ist das Licht, sobald es draußen wolkig ist? Wie hell sollten die Leuchten sein? Das Unternehmen SBF entwickelt Lichtgestaltung für Züge. Die Ingenieure bauen dafür komplette Szenerien nach. Auch im ICE stammt die Beleuchtung unter den Gepäckablagen von SBF.



Das Unternehmen hat sich aus der Sächsischen Bronzewarenfabrik entwickelt, die vor mehr als 150 Jahren gegründet wurde. Doch damit hat die Firma heute nur noch die Buchstaben im Namen gemeinsam. „Die ursprünglichen Wurzeln gibt es nicht mehr“, sagt Geschäftsführer Lars Jörges.

Vor zwei Jahren hat SBF die letzten Verbindungen zur Vergangenheit gekappt und den Gründungsort Wurzen verlassen. Das neue Werk in Leipzig ist auf die neue Strategie ausgelegt: Statt einzelner Lämpchen will SBF komplette Lichtsysteme liefern.

Jörges erwartet für das laufende Geschäftsjahr einen Umsatz von mindestens 16 Millionen Euro, ein Plus von mehr als 55 Prozent. Dieses Tempo führt jedoch auch zu Problemen. „Das muss sich nun stabilisieren, bis unsere Werke sich vollständig auf die neuen Umsatzgrößen eingestellt haben“, sagt Jörges.

Denn das Unternehmen hat Wachstumsschmerzen: Liefertermine können oft nicht eingehalten werden. „Unsere Lieferanten kommen teilweise nicht hinterher", sagt der Firmenchef, „und auch intern wird es immer komplexer. Das ist derzeit unsere größte Herausforderung.“

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