Scania-Spitze skeptisch
Kooperation von Scania und MAN vor dem Aus

Der vor drei Jahren groß angekündigten Kooperation der beiden LKW-Hersteller MAN und Scania droht ein stilles Begräbnis. Offiziell sprechen beide Unternehmen zwar nur von einer „Verzögerung“, doch in Unternehmenskreisen heißt es, das Projekt ruhe.

hof/hst FRANKFURT/STOCKHOLM. „Wir können keinen Zeitpunkt für den Start nennen“, sagte ein MAN-Sprecher. Bei Scania heißt es lapidar: „Wenn es etwas Konkretes gibt, teilen wir es mit.“ Ursprünglich wollten die Firmen bereits ab diesem Jahr Achsen und Getriebe gemeinsam fertigen.

Geplant war, dass Scania für MAN Getriebe für schwere LKWs fertigt, die Münchener im Gegenzug Achsen für Scania. Dadurch sollten Entwicklungskosten gespart und Skaleneffekte bei Einkauf und Produktion erzielt werden. Analysten hatten das Potenzial der Kooperation stets hoch eingeschätzt. Nach Berechnungen der Experten von Morgan Stanley hätte die Zusammenarbeit beispielsweise dazu beitragen können, die Margen von Scania um 0,5 bis ein Prozent zu erhöhen.

In der Scania-Konzernzentrale nahe Stockholm überwiegt dagegen anscheinend die Skepsis. Die Beziehung der beiden Nutzfahrzeughersteller habe sich zuletzt deutlich abgekühlt, hieß es aus Unternehmenskreisen. Das Management der Schweden befürchte, dass der direkte Konkurrent MAN von der Kooperation stärker profitieren würde als Scania. Die Schweden gehören bei schweren LKWs laut Automobilverband zurzeit hinter Daimler und MAN und fast gleichauf mit Volvo und DAF zu den größten fünf Herstellern in Europa.

Nach Informationen der schwedischen Wirtschaftszeitung „Dagens Industri“ ist es vor allem Scania-Chef Leif Östling, der den deutschen Konkurrenten ausbremsen will. Am Widerstand Östlings scheiterten vor zweieinhalb Jahren auch alle Versuche, MAN, Scania und die Nutzfahrzeug-Aktivitäten des Scania-Großaktionärs VW enger zusammenzubinden.

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