Schaden ist da
US-Gericht nimmt Sanofi-Blockbuster in Schutz

Der französische Pharmahersteller Sanofi-Aventis leidet schwer darunter, dass ein kanadischer Konkurrent sein wichtigstes Medikament kopiert. Umsätze und Gewinne brechen ein. Deswegen hat Sanofi nun seine Prognose gesenkt. Daran ändert auch ein Etappensieg gegen die Kanadier vor Gericht nichts, der Sanofi Zeit verschafft.

HB NEW YORK. Ein US-Bundesgericht gab am Donnerstagabend einem Antrag Sanofis statt, mit dem das Unternehmen einen Verkaufsstopp für Plavix-Nachahmerprodukte in den USA forderte. Allerdings lehnte das Gericht die weitergehende Forderung Sanofis ab, dass alle bereits von dem kanadischen Generikakonzern Apotex ausgelieferten Plavix-Nachahmermittel zurückgenommen werden müssten.

Sanofi und sein US-Partner Bristol-Myers-Squibb hatten vor einem US-Gericht eine einstweilige Verfügung beantragt, um den Verkauf des Generikums ihres lukrativen Blutverdünners zu stoppen. Apotex hatte Anfang August eine Kopie von Plavix auf den US-Markt gebracht, nachdem mehrere US-Bundesstaaten eine Vereinbarung der drei Unternehmen abgelehnt hatten, die einen Marktstart verzögern sollte. Im Rahmen dieser Einigung hatte sich Apotex bereit erklärt, bis 2011 keine Plavix-Nachahmer in den USA zu verkaufen.

Blockbuster

Das Thrombose-Mittel Plavix ist ein Schlüsselmedikament des französischen Unternehmens Sanofi-Aventis, das dem Konzern im vergangenen Jahr Umsätze von rund 2 Mrd. Euro einbrachte. In den USA vermarktet Bristol-Myers das Mittel und erwirtschaftete damit zuletzt fast ein Drittel seiner Gewinne.

Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass Sanofi einen irreparablen Schaden erlitten hätte, wenn es der Einstweiligen Verfügung nicht statt gegeben hätte. Apotex-Anwalt Robert Silver hatte Anfang der Woche vor einem US-Bezirksgericht noch argumentiert, der Schaden für Bristol-Myers-Squibb und Sanofi-Aventis könne nicht als irreparabel angesehen werden.

Sanofi senkt Gewinnprognose

Sanofi-Aventis und Bristol-Myers-Squibb hatten davor gewarnt, ohne eine Einstweilige Verfügung gegen die Markteinführung des Generikums werde die Lizenz für das Originalpräparat zerstört und ein Preisverfall eingeleitet, von dem sich die Konzerne nicht mehr erholen würden. Nach Angaben eines von Bristol-Myers-Squibb berufenen Experten des Massachusetts Institute of Technology macht das Apotex-Generikum bereits 78 Prozent aller Verschreibungen in den USA für den Blutverdünner aus.

Nach Bekanntwerden der Entscheidung des Bundesgerichts stiegen die Aktien von Bristol-Myers-Squibb im nachbörslichen Handel um 11,5 Prozent an auf 24,25 Dollar. Sanofi-Papiere legten am Freitagmorgen nur leicht zu, was wohl an der Senkung der Gewinnprognose lag. Das Unternehmen erwartet nach Angaben vom Freitag jetzt nur noch einen Anstieg des bereinigten Gewinns je Aktie von 2 Prozent im laufenden Jahr. Bislang hatte Sanofi 12 Prozent anvisiert. Grund für die Absenkung sein das Plavix-Generikum.

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