Schadenersatz
Siemens streitet weiter mit Ex-Vorständen

Die Schadenersatz-Streitigkeiten des Mischkonzern Siemens mit ehemaligen Vorständen ziehen sich hin. "Allerfrühestens auf der Hauptversammlung gibt es Neuigkeiten", sagte der oberste Korruptionsbeauftragte des Konzerns, Andreas Pohlmann, am Dienstag am Rande einer Konferenz in Wiesbaden.

HB WIESBADEN. Ob es einen Vergleich gebe oder Siemens die vollen Schadenersatz-Summen verlange, könne er noch nicht sagen. Siemens hält Ende Januar sein Aktionärstreffen ab.

Ende Juli hatte der Siemens-Aufsichtsrat Schadenersatz-Forderungen gegen den früheren Vorstandschef Heinrich von Pierer, dessen Nachfolger Klaus Kleinfeld und weitere ehemalige Mitglieder des obersten Führungsgremiums erhoben. Sowohl von Pierer, als auch Kleinfeld hatten angekündigt, sich gegen die Anschuldigungen zu wehren. Mittlerweile will Siemens von Pierer auch in seiner späteren Funktion als Aufsichtsrats-Chef belangen. Wie hoch die jeweiligen Forderungen sind, ist unbekannt.

Siemens wirft den Managern vor, nicht ausreichend gegen Bestechungszahlungen und schwarze Kassen in den Jahren 2003 bis 2006 vorgegangen zu sein. Dadurch sei dem Unternehmen ein finanzieller Schaden entstanden. Die Schmiergeld-Affäre hat Siemens inklusive Steuernachzahlungen bislang knapp zwei Mrd. Euro gekostet. Für weitere Strafen - insbesondere von der US-Börsenaufsicht SEC - hat der Konzern bereits 1 Milliarde Euro eingeplant.

Wann mit dem Spruch der SEC zu rechnen ist, ließ Pohlmann offen und verwies auf frühere Aussagen von Konzernchef Peter Löscher: "Wir sind auf der Zielgeraden, aber noch nicht am Ziel." In der Schmiergeld-Affäre geht es um dubiose Zahlungen von 1,3 Mrd. Euro, die vermutlich zumeist zur Erlangung von Aufträgen im Ausland eingesetzt wurden. Erste Verfahren gegen einzelne Beschuldigte vor deutschen Gerichten sind bereits mit Schuldsprüchen zu Ende gegangen, weitere Verfahren stehen an.

Pohlmann steht der Organisation vor, die derartige Vorfälle künftig im Konzern verhindern soll. 620 Mitarbeiter arbeiten weltweit daran. "Das ist die Endausbaustufe", sagte Pohlmann. Daneben hat Siemens noch externe Berater engagiert, die das Unternehmen schon mehrere hundert Mio. Euro gekostet haben. Wann deren Tätigkeit endet, konnte der Korruptionsbeauftragte nicht sagen, stellte aber klar, dass die Hauptarbeit künftig beim eigenen Team liegen soll.

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