Schadenersatz wegen Schrempps Rücktritt: Aktionäre und Daimler treffen sich im Januar vor Gericht

Schadenersatz wegen Schrempps Rücktritt
Aktionäre und Daimler treffen sich im Januar vor Gericht

Der Rücktritt von Ex-Daimler-Chef Jürgen Schrempp hat ein juristisches Nachspiel. Aktionäre hatten auf Schadenersatz geklagt, weil der Autobauer zu spät über den Abgang informiert und sie ihre Wertpapiere deshalb zu früh verkauft hätten. Ende Januar treffen sich die Kontrahenten vor Gericht.

HB STUTTGART. Die beiden auf Kapitalmarktfälle spezialisierten Anwaltskanzleien Rotter und CLLB aus München teilten am Mittwoch mit, für die Verhandlung der Schadenersatzansprüche sei von den Gerichten der 25. Januar bestimmt worden. Die Verhandlungen finden vor den Amtsgericht und dem Landgericht Stuttgart statt. Mit Entscheidungen sei an diesem Tag aber noch nicht zu rechnen, sagte Rechtsanwalt Franz Braun von der Kanzlei CLLB.

Mit den Schadenersatzklagen wird juristisches Neuland betreten. Unternehmen müssen erst seit 2002 mit zivilrechtlichen Sanktionen rechnen, wenn sie für den Aktienmarkt relevante Tatsachen zu spät veröffentlichen. Bisher hat es auf Grund dieser Rechtslage aber noch keine Klagen gegeben.

Die Kläger berufen sich unter anderem auf Ermittlungen der Börsenaufsichtsbehörde (BaFin) und der Staatsanwaltschaft. Die beiden Behörden hatten untersucht, ob Daimler-Chrysler den Ende Juli 2005 angekündigten Rückzug von Konzernchef Schrempp ins Privatleben zu spät bekannt machte. Die Kläger monieren, dass die Ankündigung bereits vor der offiziellen Bekanntgabe an den Finanzmärkten kursierte und Schrempps Ausscheiden schon Wochen vorher Insidern bekannt war. Damit könnte das Unternehmen gegen wertpapierrechtliche Vorschriften verstoßen haben.

Die Kläger fordern Schadenersatz, da die Meldungen über den Rückzug den Aktienkurs der Daimler-Chrysler-Papiere binnen Minuten um rund zehn Prozent nach oben schnellen ließen. „Jeder Anleger, der seine Aktien vor der Bekanntgabe des Rücktritts von Schrempp zu billig verkauft hat, kann Schadenersatz von Daimler-Chrysler fordern“, begründete Rechtsanwalt Braun die Forderungen. DaimlerChrysler müsse die Differenz zwischen dem tatsächlich erzielten und dem späteren, höheren Preis der Aktien erstatten.

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