Schadenersatzforderungen
Siemens-Manager könnten privat haften

Experten halten die Schadenersatzforderungen von Siemens gegen frühere Vorstände für überfällig. Die Chancen werden als hoch eingeschätzt. Die Manager müssen womöglich sogar um ihr Privatvermögen bangen.

HB MÜNCHEN. "Man hätte schon eher auf die Idee kommen können", sagte der Experte für Manager-Haftpflichtversicherungen, Michael Hendricks, der Nachrichtenagentur AP. Es sei "glasklar", dass Ansprüche gestellt werden können. "Die Erfolgsaussichten sind sehr gut", meinte Hendricks. "Da hat Siemens Signalwirkung."

Doch jetzt beginne erst der Kampf um die Höhe der Schadenersatzzahlungen. Mit Manager-Haftpflichtversicherungen versuchen sich Unternehmen gegen Fehler ihrer Vorstände abzusichern. "Aber bei Vorsatz zahlt die Versicherung nicht", sagte Hendricks. Auch wenn sich nachweisen lasse, dass schwarze Kassen bei Abschluss der Versicherung bereits im Unternehmen bekannt gewesen seien, würden die Versicherer Zahlungen verweigern.

Darum hält Hendricks es für möglich, dass die Manager auch privat belangt werden könnten. "Das Privatvermögen ist stark gefährdet", erklärte er. Dann sei aber fraglich, wieviel dort jeweils zu holen sei.

Selbst wenn die Manager-Haftpflicht greife, werde Siemens kaum die milliardenschweren Kosten des Skandals ersetzt bekommen, meinte Hendricks. "Wenn insgesamt 200 Millionen gezahlt werden, kann Siemens schon froh sein." Denn pro Jahr stehe nur eine bestimmte Deckungssumme zur Verfügung.

Meist würden sich Versicherer und Unternehmen nach Verhandlungen auf einen Betrag einigen, sagt der Experte. "Aber das dauert mindestens vier bis fünf Jahre."

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