Schadenersatzklagen: Weitere Hedge-Fonds lassen in USA von Porsche ab

Schadenersatzklagen
Weitere Hedge-Fonds lassen in USA von Porsche ab

Vermeintliche Kursmanipulationen im Zusammenhang mit der versuchten Volkswagen-Übernahme durch Porsche beschäftigen etliche Gerichte. Zumindest in den USA meldet Porsche einen weiteren Etappensieg.
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LeipzigZwölf Hedge-Fonds haben in einem Verfahren vor dem U.S. Court of Appeals for the Second Circuit ihren Antrag zur Zulassung einer milliardenschweren Schadenersatzklage gegen die Porsche Automobil Holding SE (PSE) zurückgezogen. Das erklärte Porsche-Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche auf der Hauptversammlung der Porsche SE in Leipzig.

Bereits Anfang März hatten ebenfalls ein Dutzend Kläger entschieden, ihre Berufung zurückzuziehen. Jetzt sind nur noch acht Kläger in den USA übrig. Damit bröckelt die Front der Kläger in den USA weiter. Die Wahrscheinlichkeit für die vollständige Verlagerung des Rechtsstreits nach Deutschland wird damit immer wahrscheinlicher.

Anleger und Investoren werfen der damaligen Porsche-Führung Marktmanipulation durch Fehlinformationen bei der Übernahmeschlacht von Porsche und VW vor. „Wir halten die Klagen in Deutschland und den USA für unbegründet“, sagte Porsche-Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche am Dienstag.

Bereits im Januar hatte die Porsche SE, Mutter des Autokonzerns Volkswagen, einen Erfolg in US-Streitigkeiten wegen der im Jahr 2008 versuchten Übernahme gemeldet: Damals verzichteten 26 Hedge-Fonds auf eine Berufung in einem Verfahren vor dem New York State Supreme Court. Im Gegenzug erklärte Porsche auf eine Verjährungsfrist zu verzichten und eröffnete damit den US-Klägern den Klageweg in Deutschland. Das Angebot war verbunden mit einer Frist von 90 Tagen, die allerdings in wenigen Tagen abläuft. Ein Teil der Kläger hatte allerdings vorsorglich bereits in Deutschland vor dem Landgericht Braunschweig geklagt.

Die PSE hält heute gut 51 Prozent der VW-Stimmen und wird von den Familien Porsche und Piëch dominiert. Der kleine Sportwagenbauer hatte 2009 ursprünglich den viel größeren VW-Konzern übernehmen wollen. Doch die Stuttgarter häuften einen massiven Schuldenberg an und scheiterten im Sommer 2009 mit ihren ehrgeizigen Plänen. Volkswagen drehte daraufhin den Spieß um.

Martin-Werner Buchenau
Martin-W. Buchenau
Handelsblatt / Korrespondent
Mark C. Schneider
Mark C. Schneider
Handelsblatt / Redakteur

Kommentare zu " Schadenersatzklagen: Weitere Hedge-Fonds lassen in USA von Porsche ab"

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  • "Vermeintliche Kursmanipulationen im Zusammenhang mit der versuchten Volkswagen-Übernahme durch Porsche beschäftigen etliche Gerichte."

    Aha, Hedge Fonds klagen wegen Kursmanipulation.

    Verstehe, ist ja auch unanständig so etwas.

    Schlimm, schlimm, schlimm.

    Hedgefonds würde so etwas nie tun...

    Gibt es eigentlich noch Menschen mit einem IQ über 80 die glauben das es in den USA so etwas wie eine unabhängige Juztiz gibt ?

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