Schadensersatz: Der mutige Chefankläger von Porsche

Schadensersatz
Der mutige Chefankläger von Porsche

Piëch und Wiedeking sind große Namen. Den hat Daniel Blazek nicht, verklagt die Mächtigen bei VW und Porsche aber trotzdem. Man könnte Blazek Realitätsverlust vorwerfen. Oder das Gespür für eine einmalige Chance.
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DüsseldorfEin wenig größenwahnsinnig scheint es schon, was Daniel Blazek da vorhat. Nicht nur, dass er Ferdinand Piëch verklagt, den einflussreichsten Mann der deutschen Automobilindustrie. Auf dem Güteantrag, den er gerade eingereicht hat, ließ Blazek auch die Namen von Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking, dessen Finanzvorstand Holger Härter und Porsche-Erbe Wolfgang Porsche eintragen. Und schließlich: Blazek will auch Geld von Bundespräsident Christian Wulff. Insgesamt geht es um 1,8 Milliarden Euro.

Seine ungewöhnliche Rolle ist Blazek bewusst. Und auch an die kaum verhohlene Arroganz seiner Gegenspieler hat sich der Anwalt gewöhnt. Nicht ein Wort haben Piëch und die anderen bisher mit ihm gesprochen.

Diese Ignoranz mag auch ein Grund dafür sein, warum Blazek nun den Schritt in die Öffentlichkeit wagt: Er zeigt erstmals sein Gesicht. Jeder Deutsche kennt Porsche und Volkswagen, fast jeder weiß, dass 2009 eine Schlacht tobte, bei der Porsche Volkswagen übernehmen wollte, dabei fast unterging und schließlich bei Volkswagen unterschlüpfen musste. Bekannt ist auch, dass bei dem Hin und Her absurde Kurse der VW-Aktie entstanden und dass Anleger viel Geld verloren. Viele von ihnen vermuteten Kursmanipulation und haben deshalb geklagt. Was bisher unbekannt war: 72 milliardenschwere Investoren lassen sich jetzt vertreten durch ein und denselben Mann: Daniel Blazek.

So sichert sich der Anwalt einen Platz in der deutschen Wirtschaftsgeschichte und muss zugleich die Frage beantworten: Wie kommen Finanzinvestoren aus aller Welt dazu, sich in einem Schadensersatzprozess gegen Koryphäen der deutschen Wirtschaft und Politik von einem 39-jährigen Unbekannten vertreten zu lassen?

Die Investoren sprechen nicht, sie verraten nicht einmal ihre Identität. „Irgendwann wird es sicher so sein, dass die Fonds etwas sagen“, sagt Blazek. „Aber noch ist der Zeitpunkt nicht gekommen. Die Fonds wollen weder etwas zu sich sagen noch zu mir. Sorry.“

Kommentare zu " Schadensersatz: Der mutige Chefankläger von Porsche"

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  • die hedge fonds und sonstigen anleger hamn einfach nicht die traute mit offenem visier zu kämpfen,weil sie um ihren ruf fürchten und sich nicht der häme und der schadenfreude stellen wollen,die sie ihrem fehlinvestment verdanken.

    is ja nich gut in der zeitung zu lesen,daß man millionen verspielt hat.

    warum und für was sollten porsche oder vw rückstellungen bilden.

    da wird ein dreiseitigens rechtsgutachten einer der wirtschaftsrechtsverdreherfabriken eingeholt,kosten mittlerer 6stelliger bereich,aus dem hervorgeht,daß an den vorwürfen nix aber auch gar nix dran is,zumal die zockerbuden und hütchenspieler eine gefahr für den wirtschaftsstandort seien und ehrbare kaufleute,die den wirtschaftsstandort deutschland hoch halten,von trittbrettfahrern um die früchte ihrer arbeit gebracht werden sollen.

    im übrigen konnte man mit shortpositionen geld verdienen,aber eben nicht in engen zeitfenstern

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