Schadensersatz Bundeswehr schließt sich Klage gegen Lkw-Kartell an

Die Deutsche Bahn strebt Schadensersatz wegen dem 2011 aufgeflogenen Lkw-Kartell an. Gemeinsam mit gut 40 Unternehmen plant der Konzern eine Mega-Klage. Auch die Bundeswehr ist jetzt mit an Bord.
Update: 20.12.2017 - 14:43 Uhr 1 Kommentar
DB: Deutsche Bahn reicht Klage gegen Lkw-Kartell ein Quelle: imago/JOKER

Die klagenden Unternehmen machen Schäden in Millionenhöhe geltend.

(Foto: imago/JOKER)

FrankfurtFür 35.000 Lastwagen mussten sie möglicherweise zu viel bezahlen: Die Bundeswehr, die Deutsche Bahn und weitere Unternehmen werfen Lkw-Herstellern unerlaubte Preisabsprachen vor und fordern Schadenersatz. Die Klage gegen Daimler, Iveco, Volvo/Renault, DAF und MAN hat die Bahn nach eigenen Angaben am Mittwoch beim Landgericht München eingereicht.

Auch die Bundeswehr hat sich den gut 40 Unternehmen angeschlossen, die ihre Ansprüche an den Bundeskonzern abgetreten haben. Darunter seien Flughafenbetreiber, Handels- und Logistikfirmen. Wie viel Geld sie fordern, stehe noch nicht fest. Zuerst hatte die „Süddeutsche Zeitung“ darüber berichtet.

Die Bundeswehr allein ist dem Verteidigungsministerium zufolge mit bis zu 10.000 Fahrzeugen betroffen. Die Bahn-Tochter DB Schenker – der größte Landspediteur Europas – spricht von mehreren Tausend Lastwagen. „Mit den illegalen Preisabsprachen wurde uns und den anderen Geschädigten ein enormer Schaden zugefügt“, sagte der zuständige Bahn-Vorstand Ulrich Weber. Die Höhe des Schadens werde noch von Kartellexperten geprüft.

Fitnessstudio, Konsole und Massage – so sieht der Zug der Zukunft aus

Fitnessstudio, Konsole und Massage – so sieht der Zug der Zukunft aus

Betroffen sind Lkw-Verkäufe zwischen 1997 bis 2011. Die EU-Kommission hatte gegen die Lkw-Bauer 2016 schon Rekordgeldbußen von knapp 3 Milliarden Euro verhängt. Daimler musste davon rund 1 Milliarde Euro zahlen. Brüssel stellte zwar das Kartell fest, sagte aber nicht, dass diese Absprachen höhere Preise zur Folge hatten. Daimler geht davon aus, dass kein Schaden entstanden ist. Die Münchner VW-Tochter MAN kam als Hinweisgeber straffrei davon, was sie allerdings nicht vor Schadenersatzforderungen schützt.

Zahlreiche Spediteure pochen auf Schadenersatz. Mehrere haben bereits Klagen eingereicht, darunter bei den Landgerichten München, Stuttgart und Hannover. Auch Kommunen sind unter den Klägern. Einen durch ein Kartell entstandenen Schaden vor Gericht zu belegen und seine Höhe festzustellen, ist üblicherweise schwierig.

Die Bahn ist mit einem Einkaufsvolumen von mehr als 25 Milliarden Euro im Jahr und mehr als 40.000 Lieferanten einer der größten Einkäufer in der Bundesrepublik. Die Bahn-Experten gehen davon aus, dass der Konzern von jedem dritten Kartell betroffen ist.

  • rtr
Startseite

Mehr zu: Schadensersatz - Deutsche Bahn reicht Klage gegen Lkw-Kartell ein

1 Kommentar zu "Schadensersatz: Deutsche Bahn reicht Klage gegen Lkw-Kartell ein"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • WAS SOLL BEI DER KLAGE HERAUSKOMMEN? DIE HERSTELLER HABEN IN JENER ZEIT EH KEINE GEWINNE MIT LKWS GEMACHT! HÄTTEN DIE HERSTELLER DIE LKWS GÜNSTIGER VERKAUFT, HÄTTEN SIE VERLUST GEMACHT!
    Für die Hersteller wird es eine Lehre sein, lieber teuer oder einfach nicht verkaufen als zu billig und dann auch noch ein Verfahren erhalten.
    Vielleicht wollen unsere Bundeswehr und Bahn in Zukunft chinesische LKWs kaufen - die sind billig und man muss auch nicht Klagen, weil man eh keine Chance hat.
    Warum wandern unsere Hersteller, Aktiengesellschaften nicht endlich aus nach USA oder China, dann kann man sie nicht so einfach verklagen wie in Europa! Und Steuern kann man auch noch sparen dank Trump!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%