Schadensersatz für die Stuttgarter: Daimler entflechtet sich vom Ex-Partner

Schadensersatz für die Stuttgarter
Daimler entflechtet sich vom Ex-Partner

Daimler-Chrysler ist bei der Entflechtung vom einstigen strategischen Partner Mitsubishi Motors Corp. einen Schritt vorangekommen.

HB STUTTGART. In einer am Dienstag veröffentlichten Absichtserklärung erklärte sich MMC bereit, dem deutschen Automobilhersteller wegen vertuschter Qualitätsmängel beim Nfz-Hersteller Fuso eine Ausgleichszahlung in bar zu leisten und die restlichen Anteile von 20 Prozent an der bisherigen gemeinsamen japanischen Tochtergesellschaft auf DaimlerChrysler zu übertragen. Außerdem wird sich der deutsche Konzern nicht wie einst geplant am von MMC betriebenen Smart-Werk in Born beteiligen.

Der japanische Automobilproduzent war ursprünglich ein wichtiger Baustein in der Asien-Strategie von Daimler-Chrysler. Aufgrund der hohen Verluste und Verschuldung entschloss sich der deutsche Konzern im vergangenen Jahr jedoch, an einer Kapitalerhöhung bei MMC nicht teilzunehmen und läutete damit das Ende der strategischen Partnerschaft ein. Mittlerweile sank der Anteil von Daimler-Chrysler von einst 37,1 Prozent auf offiziell 18,7 Prozent. Eine noch laufende zweite Kapitalerhöhung dürfte die Beteiligung weiter sinken lassen.

Die Probleme von MMC gründen nicht zuletzt auf jahrelang vertuschte Qualitätsmängel, die erst nach dem Einstieg von Daimler-Chrysler bekannt wurden. Der in Japan äußerst brisante Skandal betraf nicht nur die Pkw-Sparte, sondern auch die Nutzfahrzeug-Tochter Mitsubishi Fuso Truck & Bus Corporation, an der sich DaimlerChrysler im ersten Schritt mit 43 Prozent beteiligte und im Frühjahr 2004 den Anteil auf 65 Prozent erhöhte. Das deutsche Management machte sich daran, die Vorgänge aufzuklären und kündigte den Rückruf von knapp einer Mio Lkw und Busse an. Diese Aktion belastete den Gewinn der Daimler-Nutzfahrzeugsparte bisher mit 470 Mill. Euro.

Daimler zeigt sich zufrieden

Dafür verlangte Daimler-Chrylser von MMC eine Ausgleichszahlung und drohte mit einer Schadenersatzklage. In der nun unterzeichneten Absichtserklärung erklärt sich MMC zu einer solchen Zahlung bereit. Unternehmenskreisen zufolge überweisen die Japaner zwischen 200 Mill. bis 250 Mill. Euro an den deutschen Konzern. Außerdem erhält DaimlerChrysler die restlichen von MMC gehaltenen 20 Prozent an Fuso und kann den eigenen Anteil so auf 85 Prozent erhöhen.

"Wir sind mit dem Ergebnis des Gesamtpakets sehr zufrieden", sagte ein Daimler-Sprecher. Für die erste Beteiligung mit 43 Prozent hatte Daimler-Chrysler 775 Mill. Euro bezahlt, der Erwerb von weiteren 22 Prozent im Frühjahr 2004 hatte nochmals 395 Mill. Euro gekostet. Aufgrund der zusätzlichen Aufwendungen für die Rückrufaktion rechnet Fuso im laufenden Jahr (per 31. März) mit einem Nettoverlust, was auch den Unternehmenswert gedrückt haben dürfte. Im Vorjahr hatte der Nutzfahrzeughersteller einen Nettogewinn von rund 136 Mill. Euro ausgewiesen.

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