Schadensersatz, Klagechancen, Verjährung
Was VW-Dieselkunden jetzt wissen müssen

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Gerichte sind mehrheitlich auf Verbraucher-Seite

Bei VW hingegen hält man daran fest, im Recht zu sein. Die meisten Landgerichte seien der Auffassung, „dass den Kunden kein Recht auf Rückabwicklung des Kaufvertrages zusteht“, erklärte ein Konzernsprecher. Außerdem hätten die Gerichte „ganz überwiegend entschieden, dass auch keine Schadensersatzpflicht der Volkswagen AG besteht“.

Der Anteil der klageabweisenden Gerichtsentscheidungen bewege sich „relativ konstant auf einem Niveau zwischen 70 und 75 Prozent“.

Dem widersprechen jedoch Klägeranwälte wie der Münchner Markus Klamert von KMP3G Rechtsanwälte ganz entschieden. „Man kann mit fast hundertprozentigem Erfolg rechnen. Spätestens in der zweiten Instanz vergleicht sich VW“, sagte Klamert dem Handelsblatt.

Auch eine Statistik, die der ADAC seit Bekanntwerden des Skandals führt, spricht gegen die VW-Ausführungen. Danach sind bislang 78 Urteile bekannt, die den Kunden die Rückgabe der Fahrzeuge ermöglichten. Nur in 22 Fällen wiesen die Gerichte die Klage ab. Ähnlich beim Schadensersatz: Dort verzeichnet der ADAC 37 Urteile zugunsten der Kunden und nur 15 gegen sie.

Bei Aussagen zur Zahl der Vergleiche hält sich VW zudem mit konkreten Angaben zurück. Die Anzahl liege „in Relation zur Gesamtzahl der Verfahren auf einem niedrigen Niveau“, so das Unternehmen. Fest steht jedoch, dass es immer wieder zu Vergleichen kommt. Dem Handelsblatt liegen entsprechende Fälle vor.

Für die Verhandlungsbereitschaft von VW gibt es auch einen nachvollziehbaren Grund. Ein endgültiges Urteil des Bundesgerichtshofs dürfte dem Konzern kaum gefallen. Das Risiko, dass es zu Lasten des Unternehmens ausfällt, scheint gewachsen zu sein.

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