Schäden durch Dürre
Viele Unternehmen befürchten lange Durststrecke

Der Regen kann die Schäden der vernichtenden Trockenperiode in den USA nicht wegwaschen. Zahlreiche Unternehmen hat die Hitze nachhaltig geschwächt. Doch eine Handvoll Unternehmen steht auf der Gewinnerseite.
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New YorkEs regnet wieder in den USA. Auch sinken die Temperaturen. Aber das nützt nichts: Die schlimmste Dürre Amerikas seit mehr als einem halben Jahrhundert hat bereits im Süden und Mittleren Westen Amerikas große Teile der Mais- und Sojabohnenernte vernichtet - unwiederbringlich. Das schlägt sich in den Preisen für Nahrungsmittel nieder: Ein Scheffel Mais (umgerechnet 35,2 Liter) kostet momentan mit 7,30 Dollar fast 50 Prozent mehr als noch vor drei Monaten. Eine Naturkatastrophe mit massiven Folgen: Die hohen Agrarpreise wirbeln derzeit die US-Unternehmen durcheinander.

Auf der Gewinnerseite stehen eine Handvoll Unternehmen wie Düngemittelhersteller. Für sie sind schlechte Nachrichten gute: Als die US-Regierung vergangenen Freitag die Ernteprognose auf 11 Milliarden Scheffel Mais hinuntersetzte - das mieseste Ergebnis seit sechs Jahren - sprangen an der Börse sofort die Kurse der Aktien von CF Industries oder Agrium nach oben. Die Spekulation der Anleger: Die Unternehmen profitieren von einem stärkeren Einsatz von Dünger, mit dem Bauern ihre Ernte zu retten versuchen - auch wenn dafür eigentlich eher Wasser notwendig wäre.

Auf der Verliererseite stehen dagegen zahlreiche Unternehmen aus verschiedensten Branchen. So verschob die Fast Food-Kette CKE Restaurants vergangenen Freitag ihren Börsengang. Die Holding besitzt mehr als 3200 Restaurants mit den in den USA bekannten Marken Carl's und Hardee's, die jährlich 1,3 Milliarden Dollar Umsatz erzielen.

Als Grund für den geplatzten Gang auf das Parkett nannte das Unternehmen ein schwaches Börsenumfeld. Doch in einer Pflichtmitteilung bei der US-Börsenaufsicht verwies CKE Restaurants auch auf die Dürre: Rindfleischpreise würden aufgrund steigender Futterpreise im nächsten Jahr um fünf Prozent nach oben gehen.

Bereits im vergangenen Jahr kletterten die Preise um zehn bis 15 Prozent, weil immer mehr US-Bauern ihre Rinderzucht aufgeben - allen voran in Texas, wo seit Jahren zu wenig Regen fällt. Das trifft die US-Restaurants. Laut CKE Restaurants entfallen 20 Prozent ihrer gesamten Lebensmittel- und Verpackungskosten auf Rindfleisch.

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  • Auch deutsche Bauern haben jedes Jahr fünf Probleme, wie ein altes Sprichwort sagt: Die Vier Jahreszeiten und den Preis für den neuen Mercedes.

  • Wells Fargo...minus $380 Mio wegen Ernteausfällen. Na, als
    ordentliche Bank werden die doch wohl über die Jahre Rückstellungen aus den Versicherungsprämien für Ernteausfälle gemacht worden sein, oder was macht
    das sogenannte "Risk-Management" sonst so den ganzen Tag?

  • Als Leser, der sich mit Agrarrohstoffen täglich beruflich befasst, sträuben sich einem die Nackenhaare über die groben sachlichen Fehler in dem Artikel! Mit Dünger kann man keine vertrocknende Ernte retten, das geht nur mit Wasser!
    Aber noch schlimmer ist es, wenn man, wie in dem Artikel Millionen und Millarden verwechselt! Die US-Regierung hat die Maisernte nicht auf 11 Millionen bushel (oder deutsch: Scheffel)reduziert, sondern auf knapp 11 Milliarden! Das entspricht ungefähr 275 Millionen metrischen Tonnen. Die von Ihnen genannten 11 Millionen "Büschel" (Grottige/falsche Übersetzung der US Gewichts-einheit "bushel")entspricht nur 1 Tausendstel der echten Ernte. So eine Recherche ist dem Handelsblatt nicht würdig!

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