Schäden durch Schneechaos
RWE weist Schuld an Stromausfällen zurück

Eine Woche nach den durch das Schneechaos im Münsterland hervorgerufenen Stromausfällen geht der Streit um die Behebung der Schäden weiter. Während Verbraucherschützer für die Betroffenen bereits einen Schadensersatz fordern weist RWE jede Kritik zurück. Für Opfer des Stromausfalls soll unterdessen von nächster Woche an Geld fließen.

HB DORTMUND. Das Unternehmen habe weder seine Sorgfaltspflichten bei der Instandhaltung der Stromleistung vernachlässigt, noch generell die Infrastrukturinvestitionen zu stark gekürzt, hieß es in einer am Freitag von RWE Energy in Dortmund veröffentlichten Erklärung.

„Den besonderen Belastungen einzelner Leitungen durch die Naturkatastrophe im Münsterland hätten keine der in Mitteleuropa verwendeten Masten neuester Bauart stand gehalten“, betonte der Stromversorger. Durch die gemeinsame Einwirkung von Nassschnee, Eis und Sturm seien die nach den gültigen Normen vorgesehenen Belastungsgrenzen „um mindestens das 15fache“ überschritten worden. Der Eisbelag sei zwischen sechs und acht Zentimeter dick gewesen. „Schuldzuweisungen an RWE in diesem Zusammenhang sind nicht sachgerecht“, betonte das Unternehmen. Dennoch habe RWE einen unabhängigen Gutachter mit einer Analyse des Geschehens beauftragt, die so schnell wie möglich der Bundesnetzagentur zur Verfügung gestellt werde.

Auch den Vorwurf, RWE habe seine Ausgaben für die Wartung des Stromnetzes in den vergangenen Jahren zu stark reduziert, wies der Konzern zurück. Jährlich flössen rund zwei Mrd. Euro in die deutschen Stromnetze von RWE. Allein die von den Unwetterschäden betroffene Regionalgesellschaft RWE Westfalen-Weser-Ems wende dafür in diesem Jahr rund 315 Mill. Euro auf. Der Vorwurf mangelnder Investitionen in die Netzinfrastruktur sei deshalb absurd, betonte das Unternehmen. Vor Jahren sei unter Einschaltung eines externen Gutachters ein Sanierungskonzept entwickelt worden, und von den 2900 Masten mit höchster Sanierungspriorität seien derzeit rund 70 Prozent abgearbeitet. Allein für die Sanierung der 28 000 Strommasten im RWE-Netzgebiet werde der Konzern bis 2015 etwa 550 Mill. Euro ausgeben.

Der Bund der Energieverbraucher hatte zuvor den Stromkonzern aufgefordert, für alle Schäden aus dem Stromausfall aufzukommen. Denn wer Mrd. am Stromverkauf verdiene, könne nicht im Schadensfall die Betroffenen auf den Schäden sitzen lassen. Nach Einschätzung des Verbandes gibt es zahlreiche Anhaltspunkte für ein Verschulden von RWE. Denn der Konzern habe die Ausgaben für die Wartung seit Jahren reduziert. Unabhängige Untersuchungen hätten zudem auf die mangelnde Sicherheit hingewiesen. In den wenige Kilometer entfernten Niederlanden sei kein Strommast umgeknickt, betonten die Verbraucherschützer.

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