Schädliche Bleifarbe
US-Firmen zu Milliardenstrafe verurteilt

Drei amerikanische Firmen verkauften gesundheitsschädliche Bleifarbe und müssen nun dafür blechen: Die Farbe wird von den bemalten Hauswänden wieder entfernt. Der Verkauf von Bleifarbe ist in den USA seit 1978 verboten.
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San JoseWegen des Verkaufs gesundheitsgefährdender Bleifarbe müssen drei US-Unternehmen insgesamt 1,1 Milliarden Dollar (rund 790 Millionen Euro) an zehn kalifornische Städte und Bezirke zahlen. Das ordnete Bezirksrichter James Kleinberg am Montag in Santa Clara an. Mit dem Geld soll demnach die Farbe von Wänden alter Häuser entfernt werden. Die Firmen Conagra Grocery Products, NL Industries und Sherwin-Williams Co. hätten gewusst, dass das von ihnen vermarktete Produkt für Kinder schädlich sei, sagte Kleinberg zur Begründung.

Der Verkauf auf Blei basierender Farbe ist in den USA seit 1978 verboten. Die betroffenen Unternehmen argumentierten daher, dass alte Farbe an Häuserwänden kein öffentliches Gesundheitsrisiko mehr darstelle. Auch habe die Industrie zu keinem Zeitpunkt absichtlich schädliche Produkte verkauft.

Wegen Einsprüchen der Firmen dauerte es 13 Jahre, bis die Fälle vor Gericht verhandelt wurden. Die Anklage fußten auf dem Argument, dass die Unternehmen schon seit 1890 von den Gefahren gewusst, die Ware jedoch ohne Warnung an Kunden verkauft hätten. Der Kontakt mit bleihaltiger Farbe kann vor allem bei Kindern zu Entwicklungsstörungen und anderen Gesundheitsproblemen führen.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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