Schaeffler attackiert Chefkontrolleur
Schlammschlacht um Continental

Unmittelbar vor der für Freitag angekündigten Entscheidung der EU-Kommission über den Vollzug des Conti-Deals tobt hinter den Kulissen eine Schlammschlacht. Jürgen Geißinger, Chef des Großaktionärs Schaeffler, versucht offenbar, Continentals Chefkontrolleur Hubertus von Grünberg aus dem Amt zu drängen.

FRANKFURT/DÜSSELDORF. Von Grünberg soll einer Übernahme im Weg stehen, heißt es in Kreisen des Conti-Aufsichtsrats. Geißinger empfindet das Verhalten der Conti-Spitze inzwischen als Blockade.

Chefaufseher von Grünberg fordert eine Führungsrolle für Conti in einem geplanten neuen Unternehmen, das die Autozuliefergeschäfte beider Seiten bündeln soll. Die Idee stammt von der Investmentbank JP Morgan. Conti würde einen Umsatz von 15 Mrd. Euro einbringen, Schaeffler nur fünf Mrd. Euro. Die gemeinsame Firma soll allerdings auch einen erheblichen Teil der Schaeffler-Schulden übernehmen. "Damit wäre sie gleich unter Wassser", befürchtet ein Conti-Manager. Die Gummisparte der Hannoveraner sollte dann verkauft werden.

Der Schaeffler-Chef liegt nicht nur mit von Grünberg im Clinch, sondern inzwischen auch mit Continentals Vorstandsvorsitzendem Karl-Thomas Neumann. Der hatte sich vergangene Woche öffentlich über Geißingers Eingriff ins operative Geschäft beschwert. Geißinger hatte sich in einem Brief direkt an Contis Banken gewandt. In einem Schreiben an die Conti-Mitarbeiter bekräftige Neumann am Dienstag seine Position.

"Die Situation ist brenzlig", heißt es in Contis Aufsichtsrat. Schaeffler wollte den Streit auf Anfrage nicht direkt kommentieren. Ein Schaeffler-Sprecher sprach nur von "interessierten Kreisen in Hannover, die das Klima vergiften wollen". Man müsse so bald wie möglich wieder an die Tagesarbeit gehen.

Tatsächlich ist das Zerwürfnis zwischen Hannover und dem Schaeffler-Firmensitz Herzogenaurach inzwischen so groß, dass Insider von einem "Machtkampf um alles oder nichts" sprechen. Medien werden mit Material gegen von Grünberg versorgt. Es soll belegen, dass er der Übernahme durch Schaeffler im Weg steht. Darin sollen sich Details finden, die nur aus Geißingers Umfeld stammen können.

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