Schaeffler/Conti
Conti: Nicht ohne Maria

Auf der Hauptversammlung von Continental ging bis gestern in den späten Abend hinein der monatelange Kleinkrieg mit Mehrheitsaktionärin Maria-Elisabeth Schaeffler in die nächste Runde. Ums Gewinnen geht es den Beteiligten längst nicht mehr, nur noch ums Überleben. Das aber können beide nur gemeinsam.

HERZOGENAURACH/HANNOVER. Da ist sie, Maria Elisabeth Schaeffler. Diese Frau aus Franken. In Hannover. Die blonden Haare hat sie zum Zopf gebunden, einen dunkelgrauen Hosenanzug angelegt. Streng wirkt das, zur Arbeit bereit. Das Einstecktuch scheint mit Bedacht gewählt, es ist orange, fast im selben Conti-Orange wie die gesamte Bühne auf der Hauptversammlung des Autozulieferers. Ein Symbol, dezent, aber unübersehbar. "Guten Tag", sagt Maria-Elisabeth Schaeffler. Sonst nichts.

Verlieren macht schweigsam.

Karl-Thomas Neumann redet. Weil er muss. Weil er will. Weil sich der Vorstandschef von Continental behaupten will gegen die Großaktionärin aus Franken. Die habe noch immer kein Konzept, wie sich ihre Unternehmensgruppe mit Continental vereinigen wolle, beklagt Neumann. Seine Stimme ist hart, beinahe schneidend. "Zunehmend riskant" sei es, "sich im Kreis zu drehen". Er sehe das "Risiko einer unkontrollierten Entwicklung", sagt Neumann, "und dieses Risiko steigt mit jedem verschenkten Tag". Darum werde er selbst "in maximal 100 Tagen" ein Konzept vorlegen.

Verlieren macht ungeduldig.

Die Hauptversammlung von Continental ist ein großes Treffen der Verlierer. Schaeffler hat den dreimal größeren Autozulieferer vergangenes Jahr übernommen - nur um seinerseits von der Finanzkrise geschluckt zu werden. Conti sträubt sich gegen die neuen Herren - und sieht zugleich sein Geschäft wegbrechen wegen der Rezession.

Wie zwei ineinander verkeilte Ringer rangeln die Schaefflers und Conti seit mehr als einem halben Jahr um die Macht. Gewinner gibt es keine. Und keiner scheint derzeit so recht zu wissen, wie er noch zum Gewinner werden kann.

Es geht nur noch ums Überleben, für die Schaeffler-Gruppe, für Conti - und für den großen Traum, nach Bosch in Deutschland einen zweiten Autozulieferer mit globalem Anspruch zu schmieden. 33 Milliarden Euro Umsatz, 200000 Mitarbeiter. Doch Schaeffler-Conti, das ist nur noch eine große Leere.

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