Schaeffler
Contis Motorensparte braucht ganzen Chef

Eigentlich war die hinkende Motorsparte des Autozulieferers Continental Chefsache. Bis jetzt. Denn der neue Vorstandsvorsitzende des Autozulieferers gibt das Ruder aus der Hand. Die Division für Motoren und Getriebe benötigt offenbar einen ganzen Chef für sich allein. Die Probleme sind groß. Jetzt soll Schaeffler helfen - und die Autokonzerne machen Druck.

FRANKFURT. Der neue Chef des Autozulieferers Continental, Elmar Degenhart, sucht einen Nachfolger für die problembelastete Powertrain-Sparte. Die Division für Motoren und Getriebe führt er bislang in Personalunion. "Es wäre vermessen, zu glauben, den Spagat zwischen der Führung des Konzerns in Hannover und der Division Powertrain in Regensburg beibehalten zu können", sagte Degenhart dem Handelsblatt. "Diese Funktion wollen wir separat besetzen und sind zuversichtlich, dafür in den nächsten Monaten einen geeigneten Manager zu finden."

Bereits Degenharts von Großaktionär Schaeffler geschasster Vorgänger Karl-Thomas Neumann war auf der Suche nach einem Fachmann für die weitgehend vom Zukauf VDO übernommene Sparte, scheiterte aber Unternehmenskreisen zufolge am Veto der Franken. Das dürfte dem seit Neumanns Rückzug Anfang August amtierenden Degenhart nicht passieren. Er leitete zuvor Schaefflers Autozuliefersparte und gilt als Vertrauter des Großaktionärs.

Die Conti-Sparte Powertrain in Regensburg leidet an zu ehrgeizigen Absatzplänen des ehemaligen VDO-Eigners Siemens und an technischen Pannen. Schaeffler hatte Neumann vorgeworfen, den Defizitbringer nicht in den Griff zu bekommen. Degenhart greift nun auf die Hilfe seines Großaktionärs zurück. "Wir sind auf der Elektronikseite stark aufgestellt, haben aber noch Defizite bei der Mechanik, etwa bei Benzin- und Dieselpumpen", räumte er ein. "In diesem Bereich greifen wir auf Kompetenzen von Schaeffler zurück."

Die Zusammenarbeit zwischen Conti und Schaeffler passiere ganz pragmatisch und unabhängig davon, "ob die beiden Unternehmen in vier oder zwölf Monaten zusammengehen sollten". Schaeffler will mittelfristig die Autozulieferbereiche der Unternehmen zusammenlegen. Degenharts Richtschnur bis dahin: "Wenn es für beide Unternehmen sinnvoll ist, arbeiten wir zusammen."

Mit dem Linde-Chef Wolfgang Reitzle, einem Vertrauten der Familie Schaeffler, bekommt Conti im Oktober einen neuen Chefaufseher. Die neue Konstellation hilft offenbar, den Entscheidungsstau aufzulösen. Neumann wollte etwa das zukunftsträchtige Conti-Geschäft mit spritsparenden Turboladern in ein Joint Venture mit Magna auslagern. Der Deal scheiterte aber am Widerstand von Schaeffler-Chef Jürgen Geißinger, der das Geschäft gern selbst mit Conti betreiben möchte.

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