Schaeffler mit neuer Offerte
Conti-Chef strebt Verhandlungslösung an

Der Autozulieferer Continental hat das Übernahmeangebot der Schaeffler-Gruppe erneut abgelehnt, ist aber kurzfristig zu weiteren Verhandlungen bereit. Das verkündete Conti-Chef Manfred Wennemer nach einer Aufsichtsratssitzung in Hannover. Inzwischen hat die Schaeffler-Gruppe ein höheres Angebot nachgelegt.

HB HANNOVER. Nach einem wochenlangen Abwehrkampf strebt der Autozulieferer Continental nun offenbar eine gütliche Einigung an. "Wir streben kurzfristig weitere Verhandlungen an und wollen zu einer schnellen Lösung zu kommen", äußerte sich Conti-Konzernchef Manfred Wennemer am Mittwoch nach einer Aufsichtsratssitzung wesentlich versöhnlicher als noch vor kurzem. Die Übernahmeofferte des fränkischen Familienunternehmens Schaeffler von 70,12 Euro je Conti-Aktie sei aber zu niedrig, wiederholte der Manager.

"Das Angebot der Bieterin entspricht lediglich dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestpreis, welcher nach Auffassung von Vorstand und Aufsichtsrat nicht das langfristige Wertpotenzial der Gesellschaft reflektiert", erklärte Conti am Mittwoch zur Offerte in Höhe von 70,12 Euro. Über ein anderes Angebot sei nicht gesprochen worden.

Nach Informationen des Handelsblatts aus Unternehmenskreisen ist Schaeffler aber bereit, 75 Euro je Conti-Aktie zu bieten.Conti-Boss Manfred Wennemer hätte damit einen deutlich Nachschlag auf die bisher gebotenen 70,12 Euro herausgeholt. Vor der Aufsichtsratssitzung wurde spekuliert, die Aufstockung der Offerte könne möglicherweise die Basis bilden, um heute Conti den Weg frei zu machen für offizielle Verhandlungen mit den Franken. Neben dem höheren Preis dringt Conti noch auf schriftliche Garantien der Franken, die diese aber bereits angeboten hatten. Ein Sprecher der Schaeffler-Gruppe wollte die Berichte über eine höheres Angebot weder bestätigen noch dementieren.

Conti prüfe weiterhin alle Handlungsoptionen, um die unliebsame Übernahme abzuwehren, sagte Conti Wennemer. -Chef Kreisen zufolge hat Conti davon aber nicht allzu viele. Bei der Abwehrstrategie gingen Conti langsam die Optionen aus, hieß es aus Verhandlungskreisen. Es liefen zwar noch Gespräche mit Investoren, allerdings zeichne sich dabei keine Einigung ab. Es gebe wenig Interesse, eine Firma mit einem widerspenstigen Großaktionär an Bord zu kaufen. Schaeffler kann durch Wertpapiergeschäfte bis zu 36 Prozent der Conti-Aktien bekommen. Mit der Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung könnte Conti Zeit gewinnen. Ob eine HV tatsächlich geplant ist, dazu äußerte sich Conti nicht.

Die Conti-Arbeitnehmerseite zeigte sich ebenfalls aufgeschlossen gegenüber Schaeffler. "Nicht zuletzt aus unternehmensstrategischen Gründen ist es nicht angemessen, eine reine Abwehrpolitik zu verfolgen", sagte Vize-Aufsichtsratschef Werner Bischoff (IG BCE). "Wenn denn ein Schaeffler-Engagement strategisch sinnvoll ist, dann kann nicht nur die Höhe einer Beteiligung im Fokus stehen - vielmehr kommt es darauf an, die Bedingungen und Modalitäten einer Beteiligung vernünftig zu gestalten. Es gilt, die Chancen auszuloten." Die angebotenen Sicherheiten in Bezug auf Standorte und Arbeitsplätze seien eine Verhandlungsgrundlage. Es gebe interessante industriepolitische Aspekte bei einem Zusammenschluss. "Es kann vernünftige Synergien geben." Die Arbeitnehmerseite sei bereit, zusammen mit Schaeffler eine neue Unternehmenskultur zu schaffen. Aber halte sich Schaeffler nicht an die Abmachungen, "dann ist die Ehe in einem Jahr hinüber".

Der Conti-Aufsichtsrat hatte das Angebot der wesentlich kleineren Schaeffler-Gruppe bereits schon einmal im Juli als nicht angemessen zurückgewiesen. Nachdem das Familienunternehmen am 5. August eine offizielle Offerte vorgelegt hatte, musste der Conti-Aufsichtsrat dazu erneut Stellung nehmen.

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