Schaeffler und Porsche
Beifall und bittere Tränen

Anfangs wurden Schaeffler und Porsche für ihre ambitionierten Übernahmeversuche gefeiert. Doch beide Unternehmen setzten mit den Plänen ihre Unabhängigkeit aufs Spiel - und stießen in Zeiten von Finanz- und Autokrise an ihre Grenzen.
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MÜNCHEN. Kraftstrotzend und voller Selbstbewusstsein hatten sie zum großen Sprung angesetzt - und landeten im Tal der Tränen. Für Porsche und Schaeffler endete der Versuch, deutlich größere Konkurrenz zu übernehmen, in diesem Jahr im Desaster. Zumindest Schaeffler will 2010 versuchen, noch das Beste aus der Situation zu machen. "Es geht langsam wieder nach oben", sagt ein Manager des Autozulieferers, "die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt."

Was sie mit dem Versuch, den dreimal größeren Konkurrenten Continental zu übernehmen, riskiert hat, das wird Maria-Elisabeth Schaeffler vielleicht an jenem denkwürdigen Mittwochmittag im Februar dieses Jahres so richtig klar. 5 000 Schaeffler-Beschäftigte ziehen durch Herzogenaurach. Sie fürchten eine Pleite "vom Schaeffler", sie fürchten um ihre Jobs.

Als Maria-Elisabeth Schaeffler vor die Werkstore tritt - im grauen Hosenanzug, die blonden Haare zum Zopf nach hinten frisiert, ein schickes Tuch um den Hals - da brandet Beifall auf. Die Mitarbeiter zeigen, dass sie noch an ihre Patriarchin glauben. Maria-Elisabeth Schaeffler macht eine verlegene Siegerpose, kann ein paar Tränen der Rührung nicht unterdrücken. Die Anspannung ist groß, zu viel ist schiefgegangen in den vergangenen Monaten. Der Familienkonzern hat sich mit der Conti-Übernahme heillos verschuldet, das böse Wort von der Pleite macht die Runde.

Als der Schaeffler-Konzern die Übernahme von Conti angekündigt hatte, da gab es noch viel Applaus. Von der Überlegenheit der Familienunternehmen war die Rede. Die könnten langfristig planen, müssten nicht von Quartal zu Quartal auf die Rendite schielen. Da schien alles möglich, selbst die Übernahme des Dax-Konzerns Continental.

Der Kleine schleicht sich heimlich an den Großen an

David gegen Goliath, das war auch die Geschichte von Porsche und Volkswagen. Der kleine Sportwagenbauer aus Zuffenhausen, der kurz davor war, einen der größten Autokonzerne der Welt zu schlucken. Auch hier: Respektsbekundungen für Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und seinen trickreichen Finanzvorstand Holger Härter.

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  • warum verkaufen die unternehmer nicht einfach ihre produkte und machen damit gewinn? wenn die unternehmen ihre wahnwitzigen übernahmepläne nicht vom staat in form von steuergeschenken (kredite verminderen die steuerschuld,warum eigentlich) beschenkt würden, würde kein unternehmen auf solche schwagsinnigen pläne kommen.darauf basiert das ganze elend. wenn ein unternehmen meint, ein anderen anderes übernehmen zu müssen, sollte das nur mit eigenkapital geschehen. aber da die unternehmer kaum über eigenkapital verfügen,sind die gewinner immer die banken.aus dem kreislauf von zins und zinsenzinsen kommen die unternehmer nie aus ihren schulden raus und könnten in den meisten fällen ihre betriebe eigentlich zumachen. diese betriebe existieren nur noch, weil der staat die zinsen subventioniert und die banken so lange mitmachen bis gar nichts mehr getilgt wird. dabei wird der kredit an die firmen aus dem nichts erzeugt. die firmen müssen das geliehene geld und die zinsen mit realem geld zurückzahlen. es besteht kein grosser unterschied zwischen madoff und den banken.wahrscheinlich hatte madoff noch mehr rücklagen als die banken.er ist nur aufgeflogen, weil alle ihr geld in folge der finanzkrise zurückwollten. wenn die anleger von den banken alle auf einmal ihr geld abheben wollten, hätte das den gleichen effekt, da nur 5% der bilanzsumme da wäre. das ganze system ist faul und korrupt. die banker sind sakrosankt und werden noch alles ruinieren. ich schätze in spätestens 10 jahren ist alles am ende. der einzige ausweg für die staaten ist eine hyperinflation .oder vielleicht geht ja noch was mit der tobinsteuer. die müsste dann so hoch sein, dass sich jeder überlegt, ob er wetten darauf abschliesst, wann in china ein sack reis umfällt.
    wiedmann


  • Made in Germany?

    Frage man sich wie lange noch.

    Porsche,Schäfler Untergang durch die Giergeplagten Vorstände.

    Das ist das Resultat für die treu dienenden Mitarbeiter.

    Es lebe Kapitalismus und sterben die Ameisen.

    Gemeint das arbeitende Volk.

    Keine Hochachtung

  • Das Problem mit Porsche heisst SVR: Stammaktien, Vorzugsaktien und Regulierungsbehörde.

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