Schaeffler
Zulieferer will Schadenersatz von Ex-Managern

Schadenersatz in Millionenhöhe fordert Schaeffler von acht ehemaligen Mitarbeitern. Grund sind frühere Schmiergeldzahlungen. Der Konzern fürchtet Strafen und will sich deshalb das Geld präventiv sichern.

SchweinfurtDer Industriezulieferer Schaeffler fordert von acht ehemals hochrangigen Ex-Mitarbeitern Schadenersatz in Millionenhöhe. Sie sollen verbotene Schmiergeldzahlungen veranlasst haben und damit für tatsächlich geleistete und für mögliche künftige Strafen gegen das Unternehmen haftbar sein. Die Anwälte aller Beklagten - darunter auch Ex-Vorstandschef Jürgen Geißinger - beantragten, die Klage abzuweisen. Das Gericht in Schweinfurt hat eine Entscheidung am Dienstag zunächst vertagt.

Schaeffler wirft acht ehemaligen Führungskräften vor, zwischen 2004 und 2011 Schmiergeldzahlungen an türkische Kontaktleute veranlasst zu haben, um Schaeffler Aufträge in der Türkei zu sichern oder die Angebote der Konkurrenz auszuspähen. Auf diese Weise sollen knapp 711 000 Euro geflossen sein, die Schaeffler Aufträge mit einem Umsatzvolumen von 25,5 Millionen Euro gesichert haben sollen.

Dem Wälzlagerspezialisten drohen nach Angaben seiner Anwälte für die verbotenen Zahlungen Strafen in Höhe von 10,9 Millionen Euro. 1,75 Millionen Euro davon habe Schaeffler bereits zahlen müssen. Die gezahlte Strafe will das Unternehmen von seinen Ex-Managern nun als Schadenersatz zurück.

Zudem soll das Gericht die Manager auch für mögliche künftige Strafen und weitere damit zusammenhängende Kosten für haftbar erklären. Dabei geht es um insgesamt 51,7 Millionen Euro - dieser Betrag könnte aber auch höher oder niedriger ausfallen. „Ich denke, das wissen wir alle nicht“, sagte Richter Frank Bechtold.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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