Schaefflers Übernahme-Strategie
Mit Swap-Geschäften durch die Hintertür

"Schaeffler hat sich angeschlichen", heißt es in Finanzkreisen. Ob das Vorgehen mit "Cash-Settled-Equity-Swap"-Instrumenten der Meldepflicht unterliegt, ist unklar. Continental hat sich mit Bitte um Prüfung an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht gewandt.

DÜSSELDORF/ FRANKFURT. Geschichte wiederholt sich, zumindest manchmal. Als der Zuffenhausener Sportwagenhersteller Porsche im Herbst 2005 zum Angriff auf den weitaus größeren Autobauer VW blies, war Merrill Lynch an Bord. Drei Jahre später bei der geplanten Übernahme von Continental durch das fränkische Familienunternehmen Schaeffler steht die US-Investmentbank Finanzkreisen zufolge ebenfalls an vorderster Front - auch wenn die Amerikaner dies natürlich nicht kommentieren wollen. Und eine weitere Parallele: Damals wie heute waren es komplexe Finanzinstrumente, die den Deal am Ende erst möglich machten.

"Cash-Settled-Equity-Swap" lautet bei Schaeffler das Zauberwort. Vereinfacht: Die Franken stellen sich wirtschaftlich so, als wenn sie bereits die 28 Prozent an Conti halten würden - ohne die Aktien zu besitzen. Dafür wird mit Merrill Lynch und anderen Anbietern ein Ausgangspreis gewählt. Steigt nun die Aktie, erhält Schaeffler die Differenz. Fällt sie, muss Schaeffler die Differenz an die beteiligten Banken zahlen. Die involvierten Häuser sichern ihrerseits das Risiko ab, indem sie selbst Continental-Aktien erwerben.

Für die Dienstleistung an sich erhalten die Finanzhäuser vom Auftraggeber eine Gebühr. Läuft das Swap-Geschäft aus oder wird es gekündigt, können die Banken ihre Anteile auf den Markt werfen. Rein "zufällig" wäre in diesem Moment womöglich Schaeffler zur Stelle und würde die Papiere zu einem de facto vorab festgelegten Preis erwerben.

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