Die Kreditbedingungen für Unternehmmen haben sich in der Eurozone angesichts der weltweiten Finanzkrise weiter verschlechtert. Vor allem größere Unternehmen sind von den verschärften Standards für Firmenkredite betroffen.
FRANKFURT. Die anhaltende Finanzkrise hat im ersten Quartal 2008 zu einer weiteren Verschlechterung der Kreditbedingungen für die Firmen in der Euro-Zone geführt.
Das geht aus der vierteljährlichen Kreditumfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) hervor, die die Notenbank am Freitag in Frankfurt veröffentlichte.
Dabei hätten die Banken die Standards für die Kreditvergabe vor allem für Großunternehmen weiter verschärft. Weniger betroffen war der Mittelstand. Die Verbraucher bekamen die restriktivere Kreditvergabe der Banken dagegen kaum zu spüren. Bei klassischen Konsumentenkrediten oder bei Wohnbaudarlehen war laut EZB sogar erneut eine leichte Lockerung zu beobachten.
Die Nachfrage nach Bankkrediten sank im ersten Quartal sowohl bei den Firmen als auch bei den privaten Haushalten. Für die kommenden Monate rechnen die befragten Institute aber mit einem geringeren Rückgang der Kreditnachfrage. Auch der Trend zur Verschärfung der Vergabebedingungen werde etwas nachlassen.
Allerdings hätten die Verwerfungen an den Finanzmärkten die Kapitalposition vieler Banken beeinträchtigt, heißt es in dem Report weiter. Dies habe auch die Kreditvergabetätigkeit beeinträchtigt. Der Einfluss der Finanzmarktturbulenzen auf das Kreditangebot bleibe hoch.
Deutschland scheint sich vom allgemeinen Trend in den Ländern der Währungsunion erneut abkoppeln zu können. Wie die Bundesbank parallel zur EZB mitteilte, ist die Verschärfung der Bedingungen für die Vergabe von Krediten hierzulande „merklich weniger restriktiv“ aus gefallen als im Euro-Raum insgesamt.
Die Banken hätten ihre Margen lediglich im Geschäft mit Unternehmen spürbar ausgeweitet. Mit Ausnahme von Hypothekarkrediten sei die Nachfrage nach geliehenem Geld in Deutschland gestiegen. An der EZB-Umfrage nahmen 113 Banken teil, darunter erstmals auch Kreditinstitute aus Malta und Zypern. Beide Länder gehören seit Januar zur Währungsunion.
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Nach der Umfrage der EZB verschärften im ersten Quartal dieses Jahres rund 50 Prozent (viertes Quartal 2007: 41 Prozent) der befragten Banken in der Eurozone ihre Standards für Unternehmenskredite „beträchtlich“ oder „etwas“, während wie im Vorquartal nur 1 Prozent ihre Standards lockerten.
49 Prozent der Banken berichteten von weitgehend unveränderten Kreditvergabebedingungen. Zu dieser Frage reichten 106 Banken eine Antwort ein. Insgesamt nahmen 113 Banken - darunter erstmals Institute aus Malta und Zypern - an der EZB-Umfrage teil, verglichen mit 89 bei der Umfrage zum vierten Quartal 2007.
Bei Hypothekenkrediten an private Haushalte verschärften 41 Prozent (26 Prozent) die Konditionen „beträchtlich“ oder „etwas“, während 7 Prozent (4 Prozent) sie „etwas“ lockerten. Bei Verbraucherkrediten berichteten 24 Prozent (14 Prozent) schärfere Konditionen, während 6 Prozent (4 Prozent) weniger strenge Standards meldeten.
Zudem wurde laut EZB im ersten Quartal eine negative Nettokreditnachfrage der Unternehmen verzeichnet. Demnach berichteten nur noch 13 Prozent (17 Prozent) der Banken eine „leichte“ Zunahme der Nachfrage nach Unternehmenskrediten, während 30 Prozent (15 Prozent) eine „leichte“ oder „beträchtliche“ Abnahme angaben.
Bei Hypothekenkrediten meldeten 63 Prozent (40 Prozent) der Banken eine „leichte“ oder „beträchtliche“ Abnahme der Nachfrage, während 6 Prozent (3 Prozent) eine Zunahme meldeten. Bei Verbraucherkrediten wiesen 29 Prozent (19 Prozent) der Banken eine „leichte“ oder „beträchtliche“ Abnahme der Nachfrage aus, 15 Prozent (8 Prozent) berichteten von einer Zunahme.
Die Bundesbank meldete für Deutschland zwar ebenfalls strengere Kreditvergabekonditionen für das erste Quartal 2008, alles in allem fielen die Veränderungen der Kreditangebotsbedingungen aber wiederum merklich weniger restriktiv aus als in der gesamten Eurozone.
Allerdings berichteten die 30 befragten deutschen Institute, für das zweite Quartal weitere leichte Verschärfungen der Kreditstandards insbesondere für Unternehmensausleihungen zu erwarten. Zudem gaben sie an, auch für das zweite Jahresviertel einen merklichen Einfluss der Finanzmarktturbulenzen auf ihre Kreditangebotsbedingungen zu erwarten.

