Scharfe Kritik
Tui-Aufsichtsrat stellt die Frenzel-Frage

Kurswechsel und strategische Rückschläge bringen Michael Frenzel, den Chef des Reise- und Schifffahrtskonzerns Tui, in arge Bedrängnis. Sein Versuch, die Tui-Holding mit der Containerschiff-Tochter Hapag Lloyd zu verschmelzen, sind gescheitert.

DÜSSELDORF. Frenzels Plan, auf diese Weise eine Aufspaltung der Tui AG zu verhindern, sind damit ebenfalls Makulatur. "Alles läuft auf eine Zerschlagung hinaus", sagte ein Aufsichtsratsmitglied. "Nun müsste Frenzel eigentlich seinen Hut nehmen."

Das Zerschlagungsszenario beschäftigt Tui seit Monaten. Bereits im November kamen erste Gerüchte auf, dass der norwegische Reeder und Tui -Großaktionär John Fredriksen den Verkauf der Tui -Tochter Hapag Lloyd an den Konkurrenten Neptune Orient Lines (NOL) in Singapur forciert.

Seitdem hatte sich Frenzel bei mehreren Reisen nach Singapur offenbar um eine Alternative bemüht. Eine gütliche Einigung aber hat sich nicht ergeben. Zudem ist sich Frenzel nicht mehr sicher, ob er bei einer Hauptversammlung die nötigen Stimmen für den Konzernumbau erhalten würde.

Bereits Anfang der Woche hatte der Aufsichtsrat die von Frenzel forcierte Verschmelzung von Tui und Hapag vertagt. Großaktionär Fredriksen, der mindestens fünf, über Verbündete aber womöglich indirekt bis zu 20 Prozent an Tui hält, hat sein Anliegen in dieser Woche mit einem Brief an den Aufsichtsrat noch einmal betont. Tui solle definitiv zerschlagen werden.

Frenzel gehen nun die Verbündeten aus. Aktionäre fordern seit längerem seinen Rücktritt, der Rückhalt in der Belegschaft schwindet. Die Aussicht, dass seine Schifffahrtspläne bis zu 2000 Arbeitsplätze kosten könnten, habe vor allem die Treue der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat zu Frenzel strapaziert.

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