Scharfer Preiswettbewerb
Osram streicht mehr Stellen als bisher bekannt

Der Siemens-Konzern will bei seiner Lcht-Tochter Osram in Deutschland mehr Stellen streichen als zunächst geplant.

HB MÜNCHEN. Zusätzlich zu den 220 Stellen, deren Abbau im Juli bekanntgegeben worden war, sollen in den beiden kommenden Jahren noch einmal bis zu 400 Stellen wegfallen, wie ein Sprecher des Unternehmens am Freitag auf Anfrage sagte. Bundesweit wären dies dann bis zu 620 Stellen.

Besonders getroffen wird voraussichtlich der Standort Augsburg mit bis zu 360 weiteren Arbeitsplätzen. Zusammen mit dem bereits angekündigten Stellenabbau fallen insgesamt also 435 von 1780 Stellen in Augsburg weg. Der Rest verteile sich über alle anderen Standorte wie zum Beispiel Schwabmünchen oder Berlin, sagte der Sprecher.

Die Mitarbeiter waren bereits am Donnerstag über die Einschnitte informiert worden. "Unser Ziel ist es natürlich, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden", sagte der Osram-Sprecher. Stattdessen sollen den Mitarbeitern Altersteilzeitregelungen, Abfindungen, Weiterqualifizierungen sowie andere Jobs innerhalb des Konzerns angeboten werden.

Das Unternehmen begründete die zusätzlichen Einschnitte vor allem mit dem gescheiterten Versuch, weiter sogenannte Dumping-Zölle auf Importe von billigen Energiesparlampen aus China zu erheben. Damit war Osram bei der EU-Kommission aber nicht durchgekommen. Daher sei künftig mit einem schärferen Preiswettbewerb zu rechnen, sagte der Sprecher.

Die IG Metall Augsburg kritisierte die Pläne des Unternehmens. "Der Personalabbau ist für uns nicht nachvollziehbar und wir haben den Eindruck, dass die Geschäftsführung in München keinerlei schlüssige Konzepte mehr für die deutschen Produktionsstätten hat", hieß es in einer Mitteilung am Freitag. Neben Augsburg sei vor allem auch der Standort in Schwabmünchen gefährdet.

Der Augsburger Oberbürgermeister Kurt Gribl teilte am Freitag mit, mit der Firmenleitung von Osram und der IG Metall im Gespräch zu sein. "Wir werden um vernünftige und verträgliche Lösungen zum Erhalt der Stammbelegschaft bei Osram ringen." Für Anfang Oktober seien weitere Gespräche vereinbart.

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