Schaukampf der Giganten am Himmel
Airbus schnappt Boeing Großauftrag weg

Im Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den beiden Flugzeugbauern Airbus und Boeing zeichnet sich immer deutlicher ein Sieg der Europäer ab. Nach Air Berlin und Hainan Airlines (China) in der vergangenen Woche konnte Airbus nun offenbar auch die malaysische AirAsia als Kunden gewinnen. Laut Wall Street Journal will der Billigflieger bis zu 80 Jets bestellen, der Auftrag hat einen Wert von mehr als vier Milliarden Euro. Besonders bitter für Boeing: Die Amerikaner waren bisher alleiniger Ausrüster von Air-Asia.

Doch nicht nur bei den Bestellungen hat Airbus die Nase vorn, sondern auch bei den Auslieferungen in diesem Jahr. Während die Europäer 315 Maschinen verkaufen werden, sind es bei der US-Konkurrenz nur 285. Dank des brummenden Geschäftes erwartet die Airbus-Mutter EADS für 2004 einen Vorsteuergewinn von 2,2 Milliarden Euro – vor allem durch den Verkauf von Flugzeugen. Und damit nicht genug. „Die EADS wird ihr weltweites Wachstum fortsetzen“, kündigen die Konzern-Bosse Philippe Camus und Rainer Hertrich an.

Besonders im Bereich der Billig-Flieger hat Airbus seinen Vorsprung bereits deutlich ausgebaut. Bis sich die amerikanische Jetblue 1999 für Airbus entschied, wurde dieses Segment von Boeing beherrscht. Der US-Konkurrent wirft den Europäern nun vor, Kunden einzig über den Preis gewonnen zu haben. Zum Air-Berlin-Deal vergangene Woche meinte Randy Baseler, Boeings Marketing Vize-Präsident: „Wenn man die Preise genug senkt, dann findet man immer Abnehmer.“ Auch wenn es nie offiziell bestätigt wurde, so soll Airbus die britische Easyjet vor zwei Jahren mit einem Rabatt von 60 Prozent von Boeing weggelockt haben.

Solche Discounts könne sich Airbus laut Boeing und US-Regierung nur leisten, weil es finanziell von einigen europäischen Regierungen unterstützt werde. Airbus weist die Vorwürfe energisch zurück. Nach den Worten von Ralph Crosby, Chef des US-Geschäftes der EADS, betragen die Zuschüsse im Höchstfall 100 000 Dollar pro Jet. Und das falle bei Maschinen, die ein paar zehn Millionen Dollar kosten, überhaupt nicht ins Gewicht. Die Vorwürfe werden zur Zeit vor der Welthandels- Organisation WTO untersucht.

Schon bald könnte sich auch im Segment der klassischen Airlines zeigen, welcher Flugzeugbauer das Geschäft zukünftig dominieren wird. Airbus setzt mit seinem neuen Riesen-Jet A380 darauf, dass die Airlines weiter an ihrer Drehkreuz-Strategie festhalten. Boeing hingegen hofft auf mehr Punkt-zu- Punkt-Verbindungen – und schickt deshalb seinen kleineren Dreamliner ins Rennen.

Quelle: News Frankfurt

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