Scheitern der Sanierung nicht ausgeschlossen
Prodi zeichnet dramatisches Alitalia-Bild

In einem dramatischen Appell hat der italienische Ministerpräsident Romano Prodi vor einem Aus der Fluglinie Alitalia gewarnt. „Die Lage ist vollständig außer Kontrolle geraten“, sagte Prodi nach Angaben von Gewerkschaftsvertretern bei einer Krisensitzung am Dienstag in Rom. „Wir haben bis Januar Zeit, um mit einer gemeinsamen Lösung einen Zusammenbruch zu verhindern“, fügte er hinzu. „Alitalia durchlebt derzeit die schwierigste Zeit ihrer Geschichte.“

HB ROM. Zugleich deutete er an, dass die seit Jahren marode Gesellschaft nicht auf weitere Staatsgelder hoffen kann - auch ein Scheitern der Bemühungen schloss er nicht aus. In dem Mittelpunkt einer Sanierung stehe die Suche nach einer „strategischen internationalen Partnerschaft“. Die italienische Regierung hatte Ende September angekündigt, sich in die Umstrukturierung der Fluggesellschaft einzuschalten und einen eigenen Sanierungsplan vorzulegen.

Dramatischer hätte der Auftritt beim Treffen von Regierung und Gewerkschaften nicht sein können. Zwar ist das Alitalia-Desaster seit langem bekannt, diverse Anläufe zur Krisenbewältigung blieben in den vergangenen Jahren ohne durchschlagenden Erfolg. Doch Prodi legte am Dienstag den Finger ganz bewusst in die Wunde: „Es macht keinen Sinn, von Sanierung und Kapitalerhöhung zu sprechen, ohne eine nationale und internationale Strategie zu haben.“ Das klingt wie eine Ohrfeige für das Management. Kern der Misere: Der Flieger habe in den vergangenen Jahren im In- und Ausland Marktanteile verloren. Schuld sind wohl vor allem die Billigflieger. Als ein weiterer Grund werden zahlreiche Streiks genannt, die zu Sonderbelastungen führten.

Erst vor einigen Tagen gab es ein weiteres trauriges Kapitel in der unendlichen Alitalia-Saga: Unternehmenschef Giancarlo Cimoli räumte in aller Öffentlichkeit ein, dass man nicht mehr Gewinn bringend arbeiten könne. „Je mehr wir fliegen, desto mehr verlieren wir Geld.“ Das las sich nach Ansicht von Kritikern fast schon wie ein Todesurteil.

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