Schering-Plough, Wyeth und Merck & Co
US-Pharmariesen erwischen guten Jahresstart

Mehrere große US-Arzneimittelhersteller haben zum Start der Berichtssaison in der Pharmabranche mit starken Quartalszahlen aufgetrumpft. Schering-Plough, Wyeth und Merck & Co übertrafen mit ihren Gewinnzahlen für die ersten drei Monate zum Teil deutlich die Erwartungen der Börsianer.

HB NEW YORK/FRANKFURT. Dies nährte die Hoffnung auf einen guten Jahresauftakt der deutschen Pharmagrößen. An der Wall Street legten die Aktien von Schering-Plough im frühen Handel neun Prozent zu, Merck-Anteilsscheine lagen 0,5 Prozent im Plus. Wyeth-Papiere büßten dagegen 0,7 Prozent ein.

Der in Kenilworth im Bundesstaat New Jersey ansässigen Schering-Plough verhalfen starke Geschäfte mit rezeptpflichtigen Medikamenten zu einem kräftigen Gewinnschub. Der Nettogewinn schnellte im Auftaktquartal um 55 Prozent auf 543 Mill. Dollar in die Höhe. Schering-Plough setzte ohne die beiden zusammen mit dem Rivalen Merck & Co vertriebenen Cholesterinsenker Zetia und Vytorin drei Mrd. Dollar um, das sind 17 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Diese Präparate eingerechnet ist der Umsatz sogar um 21 Prozent gestiegen. Ohne Sonderposten verdiente das Unternehmen 42 Cent je Anteilschein, deutlich mehr als am Markt erwartet wurde.

Schering-Plough ist der Partner des Leverkusener Bayer-Konzerns für eine Reihe von dessen Allgemeinarzt-Präparaten. Der US-Konzern dürfte in der Branche künftig noch mehr Gewicht haben. Denn vor kurzem wurde bekannt, dass Schering-Plough für rund elf Mrd. Euro die Pharmasparte Organon BioSciences des niederländischen Chemiekonzerns Akzo Nobel übernehmen will.

Bei Merck & Co sorgten vor allem kräftige Umsätze mit neueren Medikamenten für einen Gewinnanstieg. Diese konnten Umsatzeinbußen bei älteren Präparaten wie dem Cholesterin-Senker Zocor mehr als ausgleichen. Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 1,7 Mrd. Dollar nach 1,52 Mrd. Dollar vor Jahresfrist. Ohne Aufwendungen für Restrukturierungen verdiente der Konzern zwischen Januar und März 84 Cent je Anteilsschein, wie Merck & Co bereits vor einer Woche in Aussicht gestellt hatte.

Der Umsatz bei Merck & Co stieg um sieben Prozent auf 5,8 Mrd. Dollar. Die Cholesterinsenker Zetia und Vytorin, neue Impfstoffe sowie das neue Diabetes-Mittel Januvia verzeichneten kräftige Nachfrage. Die Umsätze mit Zetia und Vytorin kletterten um satte 47 Prozent auf 1,2 Mrd. Dollar. In Japan wird Zetia künftig von Bayer mit Schering-Plough vermarktet.

Auch Konkurrent Wyeth übertraf mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen der Analysten. Das Unternehmen profitierte von einer hohen Nachfrage nach einem Impfstoff gegen Infektionskrankheiten bei Kindern sowie nach seinem Arthritismittel Enbrel. Der Nettogewinn legte im Auftaktquartal um zwölf Prozent auf 1,25 Mrd. Dollar zu. Der Gewinn je Aktie betrug 92 Cent, vor Sonderposten lag er bei 94 Cent und damit sieben Cent höher als Börsianer prognostiziert hatten. Der Umsatz wuchs um elf Prozent auf 5,4 Mrd. Dollar. Angesichts zunehmender Konkurrenz sanken allerdings die Umsätze mit dem Anti-Depressivum Effexor um sechs Prozent auf 891 Mill. Dollar. Effexor ist gemessen am Umsatz das Top-Medikament des Konzerns.

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