Schering-Übernahme
Großaktionäre begrüßen Merck-Offerte

Bei einigen Großaktionären von Schering scheint das Übernahmeangebot von Merck auf offene Ohren zu stoßen. „Das Angebot ist vernünftig, wir unterstützen den Vorstoß von Merck", sagt Sébastien Buch, Fondsmanager bei Union Investment der Fondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken dem Handelsblatt.

kol/mm FRANKFURT. Union Investment gehört wie die Fondstochter der Deutschen Bank, DWS, zu den größeren Aktionären von Schering. Nach Informationen aus Finanzkreisen halten beide Investmentgesellschaften jeweils knapp fünf Prozent am Berliner Pharmakonzern.

Allerdings geht Buch davon aus, dass die aktuelle Offerte von Merck nicht ausreichen wird, um den Zuschlag für den Berliner Konzern zu erhalten. „Da ist sicher noch Spielraum nach oben, das zeigt die aktuelle Kursreaktion.“ Auch Buch rechnet jetzt mit einem Preispoker wie zuletzt bei anderen feindlichen Übernahmeversuchen. „Wenn Merck oder ein anderer Bieter noch einmal zehn Prozent drauflegt, wird Schering den Widerstand aufgeben“, heißt es bei einer anderen deutschen Fondsgesellschaft. Die DWS wollte sich zu dem Übernahmeangebot nicht äußern.

Größter Einzelaktionär von Schering ist mit einem Anteil von 11,8 Prozent der Versicherer Allianz. Das Schering-Paket gehört nicht nur zu den ältesten noch bestehenden Industriebeteiligungen des Finanzkonzerns, es ist auch eines der letzten großen Engagements. Denn die Allianz hat die meisten ihrer großen Aktienpakete in den vergangenen drei Jahren massiv abgebaut.

Merck betonte, man habe die Allianz über den Vorstoß informiert. Münchener Finanzkreise zeigten sich überzeugt, dass die Allianz selbst keine aktive Rolle in dem Übernahmeversuch gespielt habe. Die Allianz könne es sich leisten zu warten. Intern rechnet man in München offenbar damit, dass Merck das Angebot noch verbessert. Analysten-Schätzungen zufolge dürfte die Allianz mindestens 50 Prozent des Erlöses aus dem Schering-Paket als Buchgewinn verbuchen können - nach derzeitigem Stand des Angebots wären das bereits gut 800 Mill. Euro. Die Allianz selbst wollte dazu keinen Kommentar abgeben.

Der Schering-Vorstand kündigte harten Widerstand an. „Es gibt keine Verhandlungen mit Merck“, sagte ein Schering-Sprecher. Das Unternehmen habe mit starken Zuwächsen 2005 den Erfolg seiner Strategie bewiesen, die fortgesetzt werden solle.

Doch Merck hofft, den Widerstand bald zu brechen. „Wir haben die feste Erwartung, dass der Schering-Vorstand früher oder später die Attraktivität des Angebotes erkennt“, sagte Merck-Finanzchef Michael Becker. Merck werde in jedem Fall an seinem Übernahmeangebot festhalten. Merck geht davon aus, dass seine Offerte an die Schering-Aktionäre etwa bis Mitte Mai läuft. Zunächst werde das Angebot der Finanzaufsicht BaFin vorgelegt. Ende März gehe es dann an die Aktionäre.

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