Schering und Novartis müssen sich gegen Nachahmerpräparate verteidigen
Hersteller von Generika greifen Pharmakonzerne frontal an

Die Konkurrenz zwischen Pharmakonzernen mit eigener Forschungsabteilung und den Herstellern von Nachahmerpräparaten wird härter.

FRANKFURT/M. Die Generikahersteller Barr Pharmaceuticals und Ben Venue Laboratories kündigten an, sie wollen Präparate von Schering und Novartis kopieren. Zu den angegriffenen Produkten zählt Scherings Erfolgsmedikament „Yasmin“, für das nach Firmenangaben bis 2020 Patente laufen.

Vor zwei Wochen hatte die amerikanische Arzneimittelaufsicht FDA mitgeteilt, bei ihr sei ein Zulassungsantrag für eine generische Variante der Antibabypille „Yasmin“ eingegangen. Gestern outete sich der im US-Bundesstaat New Jersey ansässige Hersteller Barr Pharmaceuticals als Antragssteller. Analysten wie Andreas Theisen von der WestLB nehmen den potenziellen Wettbewerber ernst.

Schering will der Konkurrenz das Feld aber nicht kampflos überlassen. Ein Sprecher kündigte an, dass der Konzern seine Rechte mit allen Mitteln verteidigen werde. Es sei allerdings noch unklar, welche Patente Barr verletze. Schering habe kein Patent auf den Wirkstoff, sondern auf das Herstellverfahren und die Verwendung der Substanz als Verhütungsmittel.

Der Markteintritt eines Konkurrenzproduktes würde Schering hart treffen. Der Konzern setzte im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 429 Mill. Euro mit „Yasmin“ um, rund die Hälfte davon in den USA. Damit ist die Pille der zweitwichtigste Umsatzbringer nach dem gegen Multiple Sklerose eingesetzten „Betaferon“, das ab 2007 seinen Patentschutz in wichtigen Märkten zu verlieren droht. Dann bekommt auch Betaferon Billig-Konkurrenz von Generikafirmen wie Stada.

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