Schienenkartell
Thyssen-Krupp will Schadensersatz an die Deutsche Bahn zahlen

Jahrelang hat der Essener Stahlproduzent mit Konkurrenten Preise für Schienen abgesprochen. Jetzt will das Unternehmen die Bahn als Geschäftspartner zurückgewinnen - und ist bereit, den Logistikkonzern zu entschädigen.
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FrankfurtDer Stahlproduzent Thyssen-Krupp will mit der Deutschen Bahn wieder ins Geschäft kommen und arbeitet deshalb die Vorwürfe von Preisabsprachen beim Schienenverkauf auf. Der Ruhrkonzern hat rund ein dutzend Mitarbeiter bei der Tochter GFT Gleistechnik entlassen.

In einem weiteren Schritt hat Thyssen-Krupp nun eingewilligt, Schadensersatz an die Deutsche Bahn zu leisten, wie das Handelsblatt aus Branchenkreisen erfahren hat. Interne Ermittlungen hätten ergeben, dass es Verfehlungen gegeben habe. Daher sei es verständlich, wenn die Bahn für das erlittene Unrecht entschädigt werde.

Thyssen-Krupp hatte im Verbund mit Voestalpine, CMC Trinec (heute Moravia Steel) und anderen Stahlfirmen Preise und Mengen auf dem deutschen Schienenmarkt abgesprochen. Hauptgeschädigte war die Deutsche Bahn, die beim Schienenkauf seit Mitte der 90er-jahre bis zu 30 Prozent zu viel zahlen musste. Die Schadenssumme beläuft sich auf bis eine Milliarde Euro. Die Beteiligung an dem Schienenkartell wird Thyssen-Krupp einen dreistelligen Millionenbetrag kosten.

Bereits vor knapp zwei Wochen war bekannt geworden, dass die Deutsche Bahn im Jahr 2012 im großen Umfang Schienen bei Voestalpine aus Österreich und der tschechischen CMC Trinec einkaufen wird. Diese beiden Unternehmen hatten jahrelang Preise und Mengen auf dem deutschen Schienenmarkt abgesprochen.

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Kartellamt ermittelt seit Mai

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