Schiffbau
Werften sehen Chancen in Nischenmärkten

Nach ihrem Rückzug aus dem Handelsschiffbau setzen die deutschen Werften auf Hochtechnologie in kleinen, aber lukrativen Marktnischen. Doch auch hier herrscht Konkurrenz – die Branche ist klein geworden.
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HamburgDer deutsche Schiffbau setzt nach mehreren Krisenjahren auf neue Chancen in High-Tech-Nischenmärkten. „Heute können wir sagen, dass wir den Krisenmodus langsam verlassen und stabileres Fahrwasser erreichen“, sagte Harald Fassmer, Vorsitzer des Verbandes für Schiffbau und Meerestechnik (VSM), am Montag in Hamburg. Die Branche könne damit künftige Wachstumspotenziale nutzen. „Die maritime Industrie ist ein weltweiter Riesenmarkt“, sagte Fassmer. „Das Stück, das davon in Deutschland heute realisiert wird, ist aus unserer Sicht zu bescheiden.“

Im vergangenen Jahr blieben die Gesamtumsätze der deutschen Werftbetriebe mit rund fünf Milliarden Euro nahezu unverändert. Davon entfallen gut zwei Milliarden Euro auf zivile Schiffe, der Rest im wesentlichen auf Reparaturen und Militärschiffe. Rund drei Viertel der Umsätze kommen aus dem Ausland. Auf dem Weltmarkt ist der deutsche Schiffbau ein Zwerg; von den mehr als 3000 Aufträgen für neue Schiffe landete im vergangenen Jahr noch nicht einmal ein Dutzend in Deutschland. Die Schiffbaumärkte werden von China, Korea und Japan dominiert. Die Marktanteile der europäischen Werften nehmen seit drei Jahrzehnten stetig ab.

„An diesen Märkten können wir uns nicht messen, das ist nicht vergleichbar“, sagte VSM-Geschäftsführer Reinhard Lüken. Aus der industriellen Serienfertigung von Frachtschiffen habe sich der deutsche Schiffbau unwiderruflich zurückgezogen. „Wir stellen Maßanzüge her und keine Ware von der Stange.“ So sei Deutschland stark bei Luxusjachten und Kreuzfahrtschiffen, konventionellen U-Booten oder im Zulieferbereich, der insgesamt eine wesentlich größere Bedeutung als die Werftindustrie selbst habe. „Wir wollen künftig wieder ein moderates Wachstum erreichen; das werden sicher keine zweistelligen Wachstumsraten“, sagte Lüken.

Die mittelständische deutsche Schiffbauindustrie fühlt sich auch durch die weltweit verzerrten Rahmenbedingungen für den Schiffbau und durch Schwächen bei der Projektfinanzierung behindert. Deutsche Werften könnten nicht genug finanzielles Gewicht auf die Waage bringen, um bei Großprojekten mitzumischen. Der Offshore-Bereich gewinne zunehmend an Bedeutung, doch gebe es auch hier starke internationale Konkurrenz.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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