Industrie

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Schiffbauer: Araber übernehmen Thyssen-Werften

Für Scheich Hamdan bin Zayed al-Nahjan geht ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Seine Abu Dhabi Mar erwarb am Dienstag die Traditionswerft Blohm+Voss und wird nun größter Schiffbauer Deutschlands.

Das Museumsschiff Cap San Diego im Trockendock bei Blohm + Voss. Quelle: IMAGO
Das Museumsschiff Cap San Diego im Trockendock bei Blohm + Voss. Quelle: IMAGO

FRANKFURT. Die EU-Kartellbehörden billigten gestern die Übernahme von weiten Teilen der Werftengruppe Thyssen Marine Systems-Krupp (TKMS) durch die von ihm geführte Abu Dhabi Mar. Der Prinz aus den Emiraten wird damit der größte Schiffbauer an der deutschen Küste, mit Standorten in Hamburg, Kiel und Rendsburg.

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Neuland betritt Scheich Hamdan mit dem Engagement nicht. Bereits Mitte vergangenen Jahres hatte er aus russischer Hand die von der Insolvenz bedrohte Nobiskrug übernommen. Sein Auge warf er zugleich auf Blohm+Voss, den Kern der Thyssen-Werftengruppe.

Der Industriekonzern suchte zu dem Zeitpunkt bereits seit längerem einen Käufer, da das Geschäft defizitär war und auch langfristig zu einer Belastung zu werden drohte. Versuche, die Gruppe sinnvoll zu strukturieren, waren zuvor gescheitert. Zu groß und unbeweglich war der Werftenverbund geworden. Als dann in der Krise Kunden Aufträge zurückstellten, bescherten die Werften Thyssen-Krupp einen Verlust in dreistelliger Millionenhöhe. Mit einer Radikalkur beendete Thyssen den Bau von Frachtern und präsentierte im Oktober 2009 Abu Dhabi Mar als Partner.

Scheich Hamdan wird nun die zivile Sparte von TKMS übernehmen, die neben dem Reparaturbereich den Bau von Mega-Yachten umfassen. Mit der Nobiskrug und seinen Werften in Frankreich und am Golf ist Abu Dhabi Mar in dem Geschäft bereits aktiv.

In einem zweiten Schritt beteiligen sich die Araber an dem Überwasser-Marinegeschäft. An einer eigens dazu gegründeten Gemeinschaftsfirma werden beide Unternehmen jeweils 50 Prozent halten.

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