Schifffahrt
Meyer Werft feiert neue Großaufträge

Die Krise der letzten Jahre traf die Schiffbauer-Branche hart. Auch das Unternehmen Meyer Werft hatte zu kämpfen. Jetzt geht es für die Werft aufwärts - und selbst die Nachteile am Standort Papenburg bremsen das Familienunternehmen nicht: Es baut drei neue Schiffe und ist bis 2014 ausgelastet.
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DÜSSELDORF/FRANKFURT. Für die deutschen Werften gab es in den vergangenen Jahren wenig zu feiern. Die Finanzkrise riss viele Schiffsbauer ins Verderben. Viele Kunden stornierten Aufträge - oder bezahlten nicht. In der Folge trieben selbst bekannte Unternehmen wie die Lindenau-Werft und Wadan in die Insolvenz.

Doch jetzt gibt es Hoffnung: Zumindest die im niedersächsischen Papenburg angesiedelte Meyer Werft befindet sich nach zwei harten Jahren mit zeitweiliger Kurzarbeit wieder in ruhigem Fahrwasser. Vor zwei Wochen ergatterte der 1795 gegründete Familienkonzern einen Auftrag der US-Reederei Disney Cruise Line, an diesem Montag folgte ein Auftrag über 1,2 Mrd. Euro von der US-Reederei Norwegian Cruise Line (NCL). Zwei neue Kreuzfahrtschiffe in der Größe von 143 000 BRZ (Bruttoraumzahl) soll Meyer bauen. Die Ablieferung der Neubauten für jeweils mehr als 4 000 Passagiere ist im Frühjahr 2013 und 2014 geplant.

Firmenchef Bernhard Meyer hat also allen Grund zur Freude, wenn am späten Samstagnachmittag die "Disney Dream" vom Stapel läuft. Die Reederei will den Anlass groß feiern, auch um das Ende der Krise zu besiegeln. Viele Hundert Zuschauer werden vor der Werfthalle das Ausdocken des Luxusliners verfolgen. Noch mehr werden es sein, wenn das 340 Meter lange und 37 Meter breite Schiff voraussichtlich Mitte November rückwärts über die Ems der Nordsee entgegenfährt.

Aber die alten Probleme bleiben. Vor allem der Standort der Werft im Binnenland ist ein großer Wettbewerbsnachteil. Denn um die notwendige Wassertiefe von 8,50 Metern zu erreichen, muss die Ems jedesmal ausgebaggert und zusätzlich aufgestaut werden, wenn ein neues Kreuzfahrtschiff in die Nordsee überführt wird. "Allein die Ausbaggerung kostet mindestens zehn Millionen Euro", bestätigt ein Mitarbeiter des zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamtes in Emden.

Umweltschutzorganisationen sprechen sogar von 15 Mio. Euro - pro Schiff. Noch größer sind die Schäden für die Umwelt. "Im Sommer kann in der Ems kein Fisch mehr leben, es gibt zu wenig Sauerstoff", sagt WWF-Expertin Beatrice Claus. Anwohner, die nicht auf der Werft beschäftigt sind, sorgen sich über absackende Deiche, weil nach jedem Ausbaggern Sand von der Seite ins Flussbett rutscht.

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