Schifffahrt
Rohstoffe bleiben in den Häfen liegen

Die Weltwirtschaft ist ins Stocken geraten - mit katastrophalen Folgen für die Containerschifffahrt. Vor allem der globale Transport von Rohstoffen wie Kohle und Nickel ist eingebrochen. Und die Preise fallen so stark wie nie.

DÜSSELDORF. Noch vor wenigen Monaten lagen Frachter mit ungeduldig wartenden Kapitänen in australischen Häfen; die Verladung des Massengut Kohle konnte damals nicht schnell genug gehen. Auch heute liegen Frachter in den Häfen - mit einem wesentlichen Unterschied: Sie warten vergeblich, es gibt einfach keine Aufträge mehr. Vor allem das wichtige Geschäft mit China stockt. Das Riesenreich hatte mit seinem enormen Rohstoffbedarf maßgeblich zum vorherigen Boom beigetragen.

Wie den Kohle-Schiffen ergeht es dem Frachthandel auf See weltweit. Der massive Rückgang der Rohstoff-Nachfrage aufgrund der wirtschaftlichen Eintrübung hat katastrophale Auswirkungen. Ein Maßstab für diese Entwicklung ist der Baltic-Dry-Index (BDI). Der Index bildet die Frachtkosten für Rohstoffe auf den wichtigsten internationalen Schifffahrtslinien ab und gilt als zuverlässiger Indikator für die Entwicklung des Welthandels.

Ein Ende des Abschwungs ist demnach nicht in Sicht: Im Juli hatte der Index mit 11 793 Punkten sein bisheriges Allzeithoch erreicht. Mit rund 700 Punkten liegt er inzwischen fast so niedrig wie Ende Juli 1986. Damals markierte er sein Allzeittief von 554 Punkten.

Der BDI spiegelt allerdings nur einen Teil des gesamten Rohstoffspektrums wider. Er betrifft Trockenfrachten wie Erz, Kohle und Zement, aber auch die sogenannten Soft-Commodities wie Mais, Getreide oder Zucker. Der Index wird täglich von der Baltic Exchange in London berechnet. Zwischen der Entwicklung der Rohstoffpreise und dem BDI besteht ein gewisser Gleichlauf. Allerdings ist der BDI noch deutlich stärker gefallen als die Rohstoffe.

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