Schlag für US-Konzern
Kuwait bläst 17-Milliarden-Projekt mit Dow Chemical ab

Der kuwaitische Staat hat einem Pressebericht zufolge ein milliardenschweres Gemeinschaftsunternehmen mit dem US-Chemiekonzern Dow Chemical gestrichen. Bei einer Sitzung der obersten Energiebehörde, des Supreme Petroleum Council, unter Führung von Premierminister Sheikh Nasser al-Mohammad al-Sabah sei entschieden worden, den Vertrag aufzulösen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Kuna am Sonntag.

HB KUWAIT. Kuwait sehe angesichts der Finanzkrise keine Vorzüge mehr in dem Projekt, hieß es in Medienberichten. Gegen das Vorhaben hatte sich auch Widerstand im Parlament geregt. Einige kuwaitische Abgeordnete sahen den Vertrag angesichts der dramatisch verschlechterten Rahmenbedingungen und den damit verbundenen einbrechenden petrochemischen Verkäufen als nicht mehr wirtschaftlich an.

Im Rahmen des 17,4 Mrd. Dollar schweren Gemeinschaftsunternehmen der staatlich kontrollierten Petrochemical Industries Co (PIC) und K-Dow Petrochemicals sollten die Kuwaiter 7,5 Mrd. Dollar an Dow Chemical zahlen. PIC hatte das Joint Venture erst Anfang des Monats mit Dow Chemical besiegelt. Mit dem Geld wollte Dow einen großen Teil seiner 13 Mrd. Dollar Schulden aus der 18,8 Mrd. Dollar teuren Übernahme des US-Spezialchemiekonzerns Rohm & Haas abtragen. Dow rechnet vor Steuern mit Gesamteinnahmen von neun Mrd. Dollar aus der Vereinbarung. Ursprünglich hatte Dow sogar 9,5 Mrd. Dollar erhofft.

Das im Dezember 2007 vereinbarte Gemeinschaftsunternehmen mit Kuwait war ein strategisches Schlüsselprojekt des US-Konzerns. Mit dem Joint Venture, das unter anderem Kunststoff-Chemikalien produzieren sollte, wollte Dow Chemical bei der Rohstoffversorgung die Energiequellen Kuwaits nutzen. Früheren Angaben zufolge sollte das Joint Venture-Projekt einmal auf Jahresumsätze von elf Mrd. Dollar kommen.

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