Schlappe für EADS
Indien entscheidet sich gegen den Eurofighter

Was für eine schwere Schlappe für EADS: Dem Konzern ist der derzeit größte Rüstungsdeal der Welt durch die Lappen gegangen. Indien hat sich gegen den Eurofighter und für das Modell von Dassault entschieden.
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Neu Delhi/DüsseldorfBei der Milliarden-Ausschreibung der indischen Regierung für 126 neue Kampfflugzeuge ist eine Vorentscheidung gegen den Eurofighter gefallen. Nach Regierungsangaben aus Paris setzte sich das französische Unternehmen Dassault Aviation SA mit dem Modell Rafale durch. „Wir haben den Vertrag gewonnen“, sagte Staatssekretär Pierre Lellouche am Dienstag dem Nachrichtensender BFMTV. In einer Phase von „exklusiven Verhandlungen“ gebe es allerdings noch einige Dinge zu klären.

Nach indischen Medienberichten machten die Franzosen ein günstigeres Angebot. Bis zu einem Vertragsabschluss könnten noch bis zu sechs Monate vergehen, hieß es aus Kreisen im Verteidigungsministerium. Eine offizielle Bestätigung aus dem Haus gab es zunächst nicht.

Neu-Delhi habe sich am Dienstag für den Konkurrenten entschieden, bestätigte ein Sprecher der EADS-Rüstungssparte Cassidian. „Obwohl das noch keine Vertragsunterschrift ist und die Vertragsverhandlungen noch bevorstehen, sind wir enttäuscht“, sagte der Sprecher in München. Das Eurofighter-Konsortium habe das momentan modernste Kampfflugzeug angeboten, werde die indische Entscheidung aber respektieren.

Indien will seine Luftwaffen modernisieren und hat dafür im April vergangenen Jahres aus mehreren Angeboten den Eurofighter Typhoon und die Rafale in die engere Auswahl genommen. Das Volumen des Auftrags wird auf rund zehn Milliarden Dollar (7,6 Milliarden Euro) geschätzt. Die ausgeschiedenen Mitbewerber waren die F/A-18 Super Hornet von Boeing, die F-16 von Lockheed Martin (beide USA), die russische MiG-35 von Russian Aircraft Corp. und die Gripen des schwedischen Herstellers Saab.

Der Auftrag aus Indien wäre der erste aus dem Ausland für die französische Rafale. Die Aktien des Herstellers Dassault schossen am Dienstagmittag um mehr als 20 Prozent in die Höhe.

Dabei ging es für Dassault sprichwörtlich um alles oder nichts. In Frankreich mehrten sich bereits die Stimmen, dass teure Projekt einzustellen, sollte die Rafale weiter keine internationalen Abnehmer finden. „Wenn Dassault im Ausland keine Rafale verkauft, wird die Produktionslinie eingestellt“, betonte Verteidigungsminister Gérard Longuet im Dezember im Rundfunksender France-Info. Bisher waren alle Exportaufträge für die Rafale geplatzt, zuletzt einer für die Schweiz. Die Eidgenossen hatten sich für 22 Exemplare des Saab JAS-39 Gripen aus Schweden entschieden. Der französische Jet, der auch über Libyen zum Einsatz kam, gilt im Vergleich zu Konkurrenzmaschinen als teuer.

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  • Was mich an dieser Geschichte wundert ist, WO die "schwere Schlappe" für EADS sein soll?
    Weil: an der Eurofighter Jagdflugzeug GmbH hält EADS Anteile von 33%, an der Dassault Aviation 46,32% (Quelle für beides: wikipedia).
    Da ist der Fall doch völlig klar...oder?

  • "Agression gegen Libyen"
    Das sagt ja viel aus...

  • Frankreich hat es getan und ein sehr gelungenes Flugzeug gebaut.
    Es war aber wohl das letzte Mal. Wir würden nicht verstehen, dass es noch einmal geschieht, mit welchem Geld denn auch ?
    Diese Maschinen werden immer teurer, dass können sich Staate der Größe Frankreichs nicht mehr leisten.
    Der Größenwahn muss ein Ende haben.

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