Dasselbe Gericht in New Orleans, das jetzt zu Gunsten von Transocean entschieden hat, wird über die Klagen Tausender von Fischer, Hotel- und Restaurantbetreiber verhandeln, die BP auf Schadensersatz wegen der Ölpest verklagt haben. Der Prozess beginnt am 27. Februar.
Ein Analyst von Morgan Stanley spekulierte zuletzt, dass BP sich möglicherweise im Vorfeld auf einen außergerichtlichen Vergleich mit dem amerikanischen Justizministerium einigen wird - gegen Zahlung von 20 bis 25 Milliarden Dollar. Es gebe eine Wahrscheinlichkeit von 70 bis 80 Prozent, dass es dazu komme, schreibt Martijn Rats von Morgan Stanley in einer kürzlich erschienenen Studie.
BP-Chef Bob Dudley hat bislang stets gesagt: Man sei bereit, sich auf einen Vergleich einzulassen - aber nicht um jeden Preis. Die von Morgan Stanley vorgeschlagenen 25 Milliarden Dollar würde die bislang von BP veranschlagten Unglückskosten von gut 41 Milliarden Dollar um voraussichtlich etwa ein Viertel erhöhen.
Analysten zufolge könnte sich BP einen solchen Vergleich inzwischen leisten. Das Unternehmen hat mehr als 20 Milliarden Dollar durch Verkäufe von Firmenanteilen eingenommen. Hinzu kommen die üppigen Gewinne, die BP angesichts des hohen Ölpreises erwirtschaftet. So hat das Unternehmen zwischen Januar und September 15,9 Milliarden Dollar Überschuss eingefahren, das sind 58 Millionen Dollar täglich.
Mit einigen an dem Unglück beteiligten Konzernen hat sich BP zudem außergerichtlich geeinigt. So bekommt der Ölmulti vier Milliarden Dollar von Anadarko. Das Unternehmen war mit 25 Prozent an dem Bohrprojekt beteiligt, das die größte Umweltkatastrophe in der US-Geschichte auslöste.
Ein ähnliches Abkommen hat BP mit Mitsui geschlossen. Der japanische Konzern hält zehn Prozent an dem Unglücksölfeld und hat BP 1,1 Milliarden Dollar für die Beseitigung der Schäden überwiesen. Millionenbeträge bekommt BP zudem von den Technik-Zulieferern Cameron und Weatherford International.