_

Schlappe vor Gericht: BP muss Großteil der Ölpest-Kosten selber tragen

40 Milliarden Dollar Schaden hat die Havarie der Ölplattform „Deepwater Horizon“ verursacht. BP wird das größtenteils allein bezahlen müssen. Der Versuch, Kosten auf den Partner Transocean abzuwälzen, ist missglückt.

Ein mit Öl beschmierter Vogel in Barataria Bay. Quelle: AP
Ein mit Öl beschmierter Vogel in Barataria Bay. Quelle: AP

LondonIm Streit um die Kosten der Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko hat sich BP eine Niederlage eingehandelt. Ein Gericht in New Orleans hat am Donnerstag entschieden, dass sich Transocean, Eigentümer der Unglücksplattform „Deepwater Horizon“, nicht an allen Ausgaben der Ölpest beteiligen muss, sondern BP den Großteil zu tragen habe.

Anzeige

Transocean könne nicht für Schäden, die im Golf von Mexiko und damit unterhalb der Meeresoberfläche entstanden seien, haftbar gemacht werden, entschied der Richter Carl Barbier. Er begründete dies mit Verträgen, die BP bei Anmieten der Bohrinsel mit Transocean geschlossen hat. BP könne aber Bußgelder sowie Strafzahlungen teilweise auf den Bohrinsel-Eigner abwälzen, so der Richter.

Transocean sieht sich durch das Urteil in seiner Position bestätigt: Die Entscheidung bekräftige die Transocean-Sicht, nach der BP für alle volkswirtschaftlichen Schäden des Desasters gerade stehen müsse, sagte ein Unternehmenssprecher der Nachrichtenagentur Bloomberg. Und auch BP stellt die positive Seite des Urteils in den Vordergrund:  „Transocean kann sich seiner Verantwortung für das nicht Unglück nicht entziehen“, teilte der britische Konzern gestern mit.

BP geht davon aus, dass die Ölpest bis zu 41,3 Milliarden Dollar kosten wird. Bisher hat der Konzern bereits 25 Milliarden Dollar ausgeben, davon gingen knapp acht Milliarden als Schadensersatz an die Opfer der Katastrophe. Ein sehr wichtiger Kostenfaktor steht allerdings noch nicht genau fest: die Höhe der Bußgelder und Strafzahlungen. Diese hängen davon ab, ob das US-Justizministerium dem Unternehmen grobe Fahrlässigkeit als Unglücksursache nachweisen kann. Dann müsste BP 4300 Dollar pro ausgelaufenen Barrel Rohöl zahlen. Ein Barrel sind 159 Liter.

Bei der drei Monate lang andauernden Katastrophe sind Experten zufolge mindestens 4,1 Millionen ausgelaufen. Damit kämen auf BP Strafen von knapp 20 Milliarden Dollar zu. Sollte die amerikanische Justiz BP nicht als grob fahrlässig ansehen, würde sich die Höhe der Strafe auf etwa ein Viertel dieser Summe reduzieren.

  • Die aktuellen Top-Themen
Frauen gefragt: Dax-Aufsichtsräte werden weiblicher

Dax-Aufsichtsräte werden weiblicher

Der Anteil von Frauen in den Aufsichtsräten der DAX-Konzerne ist gestiegen. In ein paar Jahren könnten sie bereits knapp ein Drittel ausmachen. Das ist allerdings nicht der einzige Trend, der in den Gremien auffällt.

Deutschlands teuerste Werbefläche: Das Trikot-Sponsoring als Millionengeschäft

Das Trikot-Sponsoring als Millionengeschäft

Der Werbeplatz auf dem Bundesliga-Trikot ist beliebt - und kostspielig. Und die Preise dürften weiter steigen. Derzeit ist bei Werder Bremen wieder ein Fleckchen zu haben. Interessenten gibt es genug.

US-Kaffeehaus: Starbucks setzt auf Kaffeekapseln

Starbucks setzt auf Kaffeekapseln

Vom Siegeszug der Kaffeekapsel will auch die US-Kaffeehaus-Kette Starbucks profitieren: Noch vor dem Weihnachtsgeschäft sollen Kaffeemaschinen für Einzelportionen und Kapseln mit Starbucks-Logo verkauft werden

  • Video

Projekt Zukunft Wie die Dinosaurier-Forschung hilft, heutige Probleme zu lösen - ein Gespräch mit Oliver Wings

Ein Gespräch mit Dr. Oliver Wings, Dinosaurier-Forscher, Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung, über den Nutzen der Dino-Forschung für die moderne Wissenschaft

  • Business-Lounge
Business-Lounge: Die großen Auftritte der Entscheider

Die großen Auftritte der Entscheider

Premieren, Feste, Symposien oder Jubiläen – es gibt viele Anlässe, bei denen die Größen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Mittelpunkt stehen. Verfolgen Sie die Auftritte in Bildern.

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DEUTSCHLANDS ANZEIGENPORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Verkaufsangebote Verkaufsgesuche




 

.