Schlechte GM-Zahlen
Opel bleibt Akersons Alptraum

In Europa sind die Zahlen desaströs, nun schwächelt auch noch der Heimatmarkt. Umsatz und Gewinn des US-Autobauers General Motors sind eingebrochen. Vor allem Opel macht GM-Chef Dan Akerson zu schaffen.
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DetroitDan Akerson ist ohnehin für seine aufbrausende Art bekannt - doch im vergangenen Monaten dürfte der Chef von General Motors besonders viele Gelegenheiten gehabt haben, sich aufzuregen. Erst legten die GM-Töchter in Europa miserable Absatzzahlen vor, dann musste der US-Autobauer auch den Titel des weltgrößten Autobauers an Toyota abtreten. Und nun legt auch noch das Wachstum auf dem so wichtigen Heimatmarkt eine Vollbremsung hin.

Der Gewinn ist im Vergleich zum Vorjahresquartal um 41 Prozent oder eine Milliarde Dollar eingebrochen - und beträgt nun noch 1,5 Milliarden Dollar. Auch der Umsatz ist von 39,4 Milliarden Dollar auf 37,6 Milliarden Dollar geschrumpft. Opel und das Schwesterunternehmen Vauxhall belasten die Bilanz stärker als bisher: In Europa stieg der Verlust auf rund 400 Millionen Euro (294 Millionen Euro) - nach einem Gewinn von 100 Millionen Euro im Vorjahresquartal. "Unsere Ergebnisse in Nordamerika sind solide, aber wir haben mit Gegenwind in Regionen wie Europa und Südamerika zu kämpfen", kommentierte GM-Chef Dan Akerson das Ergebnis.

Auch wenn Analysten Schlimmeres erwartet hatten: Es gibt genug Gründe für die Amerikaner nervös zu werden. Der weltweite Marktanteil von GM ist von 12,3 Prozent auf 11,6 Prozent gesunken. Seit großangelegte Rabattaktionen auslaufen, brechen auf dem wichtigen Heimatmarkt die Verkäufe ein. Mit hohen Rabatten hatte sich GM aus der Krise befreit. Allein im Juli schrumpfte der Absatz in den USA um sechs Prozent – während die Konkurrenz zweistellig zulegte. Allein Volkswagen konnte die Verkäufe um 27 Prozent auf 37.000 Fahrzeuge steigern - der beste Juli der Deutschen in den USA seit 39 Jahren. Vor allem der Passat verkauft sich besser als je zuvor. Doch bisher ist Volkswagen in den USA noch zu klein, um ernsthafter Konkurrent für General Motors zu sein.

Anders sieht das mit der japanischen Konkurrenz aus. Mit einem Plus von 26 Prozent auf 164.900 Stück hat Toyota ein klares Signal gesendet - und GM den Titel als größter Autobauer der Welt wieder abgenommen. Selbst Hauptkonkurrent Chrysler konnte die Absatzzahlen mit neuen Modellen deutlich steigern und legte um 13 Prozent auf rund 126.000 verkaufte Autos zu - und sichert sich damit Platz 3 in der Verkaufsstatistik.

Das Ergebnis: Auf dem Heimatmarkt ist der Marktanteil von General Motors mittlerweile deutlich unter 20 Prozent gerutscht. Dabei ist der US-Markt die wichtigste Bastion der Amerikaner. Im zweiten Quartal gingen die Verkäufe von Opel und Vauxhall im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13 Prozent auf 298 000 zurück – das ist doppelt so hoch wie der Durchschnitt aller Automarken. Opels Marktanteil ging von 7,6 Prozent auf 6,9 Prozent zurück.

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