Schlechte Prognose für 2009
K+S enttäuscht trotz Rekordzahlen

Für die Kasseler K+S Aktiengesellschaft war 2008 zwar das mit großem Abstand beste Jahr in der über 100-jährigen Geschichte. Doch nach dem Einbruch im vierten Quartal hat der Düngemittel- und Salzhersteller seine eigenen Ziele und die Analysten-Erwartungen verfehlt. Zugleich verkündete der Vorstandsvorsitzende Norbert Steiner, dass der Umsatz der Gruppe im laufenden Jahr „spürbar“ zurückgehen werde.

FRANKFURT. „Auch bei K+S hat die Krise deutlich vor Augen geführt, was es heißt, in einer globalisierten Welt zu leben“, sagte Steiner anlässlich der Vorlage der Bilanz 2008 des Dax-Konzerns. Die Getreidepreise an der Warenterminbörse in Chicago, die Höhe des Ölpreises, die Stärke des US-Dollars und der erschwerte Zugang der brasilianischen Landwirte zu Krediten beeinflussen maßgeblich das Geschäft des Rohstoff-Konzerns.

Dabei geht K+S für die wichtigen Kali- und Magnesiumprodukte weiterhin von einem spürbar höheren Durchschnittspreis im Vergleich zu 2008 aus. Dem Oligopol der weltweit wenigen Hersteller ist offenbar sehr daran gelegen, die im vergangenen Jahr deutlich gestiegenen Kali-Preise auf dem hohen Niveau zu halten.

K+S beispielsweise erreicht dies mit einer – vorübergehenden – Verringerung seiner Produktion von etwa zwanzig Prozent. So ist der im Vergleich zum Vorjahr um 43 Prozent auf rund 4,8 Mrd. Euro gestiegene Umsatz und das beinahe fünfmal bessere operative Ergebnis (Ebit 1) auf 1,3 Mrd. Euro praktisch nur mit dem signifikant gestiegenen Kali-Preis in den ersten drei Quartalen zu erklären. Das bereinigte Konzernergebnis nach Steuern übertraf mit rund einer Mrd. Euro den Vorjahreswert sogar um fast 460 Prozent.

Das bereinigte Ergebnis je Aktie von 5,94 Euro – nach 1,06 Euro im Vorjahr – soll auch zur Ausschüttung einer höheren Dividende von 2,40 Euro führen. Das entspricht ebenfalls beinahe einer Verfünffachung. Zugleich kündigte Steiner allerdings an, dass die Aktionäre für 2009 wohl wieder weniger erhalten werden. Praxis bei K+S ist es, 40 bis 50 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses auszuschütten – und das wird in diesem Jahr wohl sinken.

Beim derzeitigen Aktienkurs, der wegen des weniger zuversichtlichen Ausblicks für 2009 am Donnerstag zeitweise um mehr als zehn Prozent absackte, bedeutet das eine Dividendenrendite von über sieben Prozent. Analysten sind sich in der Bewertung nicht einig. Analystin Oana Floares von der SEB unterstreicht zwar die Risiken des K+S-Papiers, stuft die Aktie aus „fundamentalen Gründen“ aber weiterhin mit „strong buy“ ein. Stefan Röhle von Independent Research kommt dagegen zum Urteil „reduzieren“ und begründet das mit den signifikant niedrigeren Stickstoffpreisen, die die K+S-Bereiche „Compo“ und „Fertiva“ belasten.

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