Schlechte Quartalszahlen
Gerüchte bewahren EADS-Aktie vor Absturz

Die Voraussetzungen für einen guten Börsentag waren für EADS denkbar schlecht: Am Vortag war ein Großkunde abgesprungen, dann musste die Airbus-Mutter einen millionenschweren Quartalsverlust vermelden. Dennoch ging die Aktie in die Höhe. Angeblich interessieren sich Scheichs für das Unternehmen.

rtr FRANKFURT. Marktspekulationen um einen Einstieg Dubais haben dem Aktienkurs von EADS am Mittwoch Auftrieb gegeben. Die im Nebenwerte-Index MDax gelisteten Papiere lagen nach anfänglichen Verlusten 1,6 Prozent im Plus bei 21,09 Euro. „Die Gerüchte um den Einstieg haben die Trendwende bei der Aktie ausgelöst“, sagte ein Händler. Es gebe aber keine Details wie zum Beispiel über die angepeilte Größe der Beteiligung. EADS wollte das Gerücht nicht kommentieren. Das Unternehmen freue sich aber grundsätzlich über jeden Investor, der Interesse zeige.

Erst vor kurzem war Russland bei der Airbus-Mutter eingestiegen. Die staatliche VTB-Bank hatte den Kurssturz der Aktie nach Bekanntgabe neuerlicher Lieferverzögerungen beim Riesenflieger A380 genutzt und hatte sich rund 5 Prozent an EADS gesichert. Kontrolliert wird EADS jedoch weiterhin von Frankfreich, Deutschland und im geringeren Maße von Spanien – entweder direkt oder über heimische Konzerne.

Die Probleme beim A380 haben EADS im abgelaufenen dritten Quartal in die roten Zahlen gestürzt. Trotz eines starken Umsatzanstiegs machte der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern überraschend 195 Mill. Euro Verlust. Eine Gewinnprognose für das laufende Jahr wollte EADS bei der Vorstellung der Zwischenbilanz am Mittwoch abermals nicht geben. Marktbeobachter werteten dies als schlechtes Zeichen.

Fedex storniert Milliardenauftrag

Erst am Vortag hatte es weitere üble Nachrichten für EADS und Tochter Airbus gegeben: Der amerikanische Logistikkonzern Fedex stornierte seinen Großauftrag für 10 Frachtflugzeuge des Typs A380 und hat stattdessen nun 15 Maschinen bei Boeing geordert. Erstmals hat damit ein Kunde seine Bestellung für den Riesen-Airbus zurückgezogen, der mittlerweile fast zwei Jahre später als ursprünglich terminiert ausgeliefert wird.

Die Stornierung durch Fedex hat das gesamte Frachtprogramm des A380 in Frage gestellt, denn es gibt nur wenige Logistikunternehmen weltweit, die solch große Maschinen benötigen. EADS will über dasFrachtprogramm neu entscheiden, sobald sich die verbliebenen Kunden geäußert hätten, ob sie an ihren Aufträgen festhalten oder nicht. UPS und die Leasinggesellschaft ILFC müssten ihre Aufträge nun bestätigen, sagte EADS-Finanzchef Hans Peter Ring am Mittwoch in einer Analystenkonferenz.

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