Schlechte Quartalszahlen
Scania und Volvo mit Vollbremsung

Als ob die schlechten Nachrichten aus der Autobranche nicht schon gereicht hätten. Nun sind auch die beiden großen schwedischen LKW-Bauer Scania und Volvo von der globalen Krise voll erfasst worden: Beide Konzerne schraubten ihre Prognosen kräftig zurück.

STOCKHOLM. Besonders von der schwachen Konjunktur ist der zweitgrößte LKW-Produzent der Welt, Volvo, betroffen. Im dritten Quartal dieses Jahres brach der Gewinn um 36 Prozent auf 2,9 Mrd. Kronen (289 Mio. Euro) ein. Das war nicht nur deutlich schlechter als vom Konzern selbst prognostiziert, sondern unterbot die Erwartungen von Analysten massiv. Sie hatten mit einem Gewinn von rund 4,6 Mrd. Kronen gerechnet. Der Umsatz von 69,6 Mrd. Kronen lag dagegen um zwei Prozent höher als im Vorjahr. Der Kurs der Volvo-Aktie stürzte in Stockholm zwischenzeitlich um rund 20 Prozent.

Die Unsicherheit vieler Kunden über die Konsequenzen der globalen Finanzkrise, der wirtschaftliche Abschwung und die zum Teil deutlich gestiegenen Rohstoffkosten haben den beiden LKW-Herstellern schwer zugesetzt. Scania und Volvo mussten starke Rückgänge bei den Bestellungen neuer Fahrzeuge verzeichnen.

Viele Kunden würden wegen der unsicheren Wirtschaftslage auch bereist getätigte Bestellungen stornieren, sagten übereinstimmend die Chefs beider Konzerne. Gingen im dritten Quartal vergangenen Jahres noch fast 42 000 Bestellungen bei Volvo ein, waren es jetzt nur noch 115. „Die Situation macht es notwendig, dass wir die Produktionskapazität der gesunkenen Nachfrage anpassen“, sagte Volvo-Chef Leif Johansson. Sein Konzern will rund 1 400 Arbeitsplätze in der LKW-Produktion und rund 1350 in der Baumaschinensparte abbauen. Auch Scania will die Zeitverträge von etwa 2



000 Mitarbeitern weltweit nicht verlängern.

Scania, das mittlerweile von Volkswagen kontrolliert wird, rechnet zwar für 2008 mit einem besseren Ergebnis als 2007, schraubt jedoch seine Produktionskapazitäten deutlich nach unten. Eine Prognose für das kommende Jahr will Scania-Chef Leif Östling nicht abgeben. „Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen unklaren Situation über die künftigen Voraussetzungen auf den Märkten geben wir keine Prognose für 2009 ab“, sagte er am Sitz des Unternehmens in Södertälje.

Der Scania-Vorsteuergewinn stieg zwar im dritten Quartal auf 2,5 (2,4) Mrd. Kronen, lag aber klar unter den Erwartungen der meisten Analysten, die mit einem Gewinn von rund 2,7 Mrd. Kronen gerechnet hatten. Auch der Umsatz von 20,4 (19,9) Mrd. Kronen lag leicht höher, verfehlte aber die durchschnittlichen Erwartungen deutlich.

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