Schlechte Zahlen im zweiten Quartal
Philips lebt vom Tafelsilber

Alleine ein steuerfreier Sonderertrag rettete Philips das Ergebnis im zweiten Quartal. Der Einbruch im operativen Geschäft wurde dadurch aber nur wenig kaschiert. Der Hoffnungsträger Medizintechnik schaffte es nicht, die heftigen Schwankungen bei Konsumelektronik und Halbleitern auszugleichen.

HB AMSTERDAM. Der operative Gewinn fiel nach Angaben vom Montag von 356 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 147 Millionen Euro. Trotz des mauen Geschäfts stieg der Nettogewinn von 616 Millionen auf 983 Millionen Euro. Philips erklärte das dicke Plus unterm Strich mit dem Verkauf von Navteq-Aktien, die einen Sonderertrag von 753 Millionen Euro gebracht hätten.

Die Analysten hatten einen höheren operativen Gewinn von 166 Millionen Euro erwartet. Die Enttäuschung über das schlecht laufende Geschäft im zweiten Quartal konnte nur wenig dadurch gemildert werden, dass der Reingewinn höher als prognostiziert ausfiel. Hier hatten die Analysten mit nur 884 Millionen Euro gerechnet. Die Aktie verlor im frühen Amsterdamer Handel 2,03 Prozent auf 22,19 Euro und zeigte sich damit deutlich schwächer als der Gesamtmarkt.

Philips hatte bereits im vergangenen Monat gewarnt, die schwache Verbrauchernachfrage in Europa werde die Umsätze bei elektronischen Gütern und Haushaltsgeräten belasten. „Die Schwäche im Technologiesektor hat uns weiter Schwierigkeiten bereitet“, sagte Philips-Chef Gerard Kleisterlee.

Das Unternehmen blieb einem Amsterdamer Analysten zufolge vor allem in den Kernsparten Haushaltsgeräte und Beleuchtungen hinter den Erwartungen zurück. Bei Halbleitern und Verbraucherelektronik habe der niederländische Konzern hingegen die Prognosen getroffen. „Es ist nicht alles dunkel, es gibt einen Silberstreifen am Horizont“, sagte der Analyst.

Im dritten Quartal rechnet Philips gegenüber dem abgelaufenen Quartal mit einem Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Bereich. Im Halbleitermarkt erwartet das Unternehmen keinen signifikanten Aufschwung. Bei der Verbraucherelektronik gelte weiterhin ein Ziel von vier bis 4,5 Prozent Umsatzrendite bis Jahresende.

Die schwache Quartalsbilanz folgte enttäuschenden Ergebnissen des koreanischen Konkurrenten Samsung Electronics von vergangener Woche.

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