Schlechter als erwartet
Thyssen Krupp verdiente weniger

Die schwache Weltkonjunktur hat bei dem Mischkonzern Thyssen Krupp im dritten Quartal seines Geschäftsjahres 2002/03 zu einem Gewinnrückgang geführt. Bei anhaltender Wirtschaftsflaute will der Konzern seine Gewinnprognose für nächstes Jahr überdenken.

Reuters DÜSSELDORF. Der Gewinn vor Steuern verringerte sich auf 221 Millionen Euro von 316 Millionen Euro im Vergleichsquartal des Vorjahres, teilte Thyssen Krupp am Donnerstag in Düsseldorf mit. Der Umsatz sank um acht Prozent auf 8,9 Milliarden Euro.

Von Reuters befrage Analysten hatten im Mittel ihrer Prognosen einen Vorsteuergewinn von 227 Millionen Euro und einen Umsatz von 9,5 Milliarden Euro vorausgesagt.

Die Netto-Finanzverbindlichkeiten des Konzerns beliefen sich den Angaben zufolge zum 30. Juni 2003 auf 4,9 Milliarden Euro. Das seien gegenüber dem 30. September 2002 126 Millionen Euro mehr, hieß es.

Für das noch bis Ende September laufende Geschäftsjahr erwartet Thyssen Krupp ein Vorsteuerergebnis von 700 Millionen Euro. Bislang hatte es geheißen, das Ergebnis werde im zweiten Halbjahr etwa so hoch wie im ersten (391 Millionen Euro) ausfallen. Allerdings hatte der Konzern ersten Halbjahr durch den Verkauf seiner Sparte Grobblech einen außerordentlichen Erlös von 41 Millionen Euro erzielt.

Für das kommende Geschäftsjahr 2003/04 erwägt Thyssen Krupp eine Überprüfung seiner Gewinnprognose. Bei anhaltender Schwäche in wichtigen Abnehmermärkten wie der Autoindustrie werde man den Plan überprüfen, ein Vorsteuerergebnis von 1,5 Milliarden Euro zu erzielen, erklärte Konzernchef Ekkehard Schulz.

Ein Abrücken von der Gewinnprognose für das nächste Geschäftsjahr hatte sich bereits Anfang August abgezeichnet. Damals hatte Schulz die erstmals im Frühjahr 2002 vorgetragene Prognose von 1,5 Milliarden Euro vor Steuern nicht bestätigen wollen. Unter Analysten galt es seither als weitgehend ausgemacht, dass der Mischkonzern konjunkturbedingt von seiner ehrgeizigen Prognose abrücken müsse. Thyssen Krupp produziert außer Stahl noch Maschinen- und Anlagen sowie Aufzüge und ist außerdem einer der größten Autozulieferer weltweit. Der Konzern macht nach eigenen Angaben rund 60 Prozent seines Umsatzes im Ausland.

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