Den Europäischen Betriebsrat will sein Vorsitzender von 25 auf 27 Köpfe aufstocken, um Platz für zwei Arbeitnehmervertreter von Scania
zu schaffen. "Die Betriebsräte von Scania
arbeiten seit Jahren als Gäste bei uns im Europäischen Betriebsrat. Die waren immer in die Konzernentscheidungen eingebunden - obwohl Volkswagen
kein Mehrheitseigentümer war", sagt Osterloh. "Wir wollten, dass sie wissen, in welche Richtung dieser Konzern unterwegs ist und was wir strategisch wollen. Sie haben immer die Gelegenheit gehabt, mit dem Vorstand darüber zu sprechen."
Die Ausweitung des Europäischen Konzernbetriebsrates birgt allerdings neues Konfliktpotenzial mit dem Porsche
-Vorstand. Wiedeking will es in jedem Fall bei der derzeitigen Stärke des Gremiums für die Porsche
Holding belassen. Die bündelt die Beteiligungen der Familien Porsche
und Piëch. Bei einer Mehrheit an Volkswagen,
wird der Wolfsburger Autokonzern Teil der Holding.
Auswirkungen des Scania
-Deals auf die VW
-Belegschaft sieht Osterloh nicht. "Für die Mitarbeiter bei uns ändert sich nichts. Für die Mitarbeiter bei Scania
ändert sich nichts. Im Betriebsrat wird das Thema LKW durch die schwedischen Kollegen eine größere Rolle spielen. Die strategischen Vorgaben, die der Scania
-Aufsichtsrat machen wird, werden sicher vom VW
-Vorstand beeinflusst."
Der Forderung nach einem Allianzmanager, wie sie etwa Ferdinand Dudenhöffer, Chef des Car-Instituts erhebt, erteilt der Betriebsratschef eine Absage. "Scania ist als Unternehmen gut aufgestellt. Aus der Ferne betrachtet hat das Unternehmen mit Leif Östling einen guten Vorstandsvorsitzenden. Der hat ja das Unternehmen in diese Richtung entwickelt, in der es heute ist. Der Scania
-Vorstand wird das Unternehmen sich weiter gut führen."
Osterloh ist überzeugt, dass auch MAN
Teil eines LKW-Giganten werden wird. "Wichtig wäre es schon, dass MAN
auch dazu gehören würde. Bei den gemeinsamen Stückzahlen gäbe es noch einmal ganz andere Synergieeffekte." Erst einmal gehe es aber darum, die Synergien mit Scania,
mit MAN
und VW
Nutzfahrzeuge in Brasilien zu heben. "Da geht es um größere dreistellige Millionenbeträge, die man einsparen kann."

